Sportler – Kraftprotz – Maschine. Denkt man an einen Höchstleistungs Athleten, kommen einem erst mal diese Wörter in den Kopf. Ein muskelbepackter Mensch der täglich mehrere Steaks isst um an seine Proteine zu kommen. Welchen anderen Weg sollte es denn sonst geben? 

Es ist wie es ist, gerade im heutigen Zeitalter differenzieren sich die Ernährungsformen der Menschen immer häufiger von der ursprünglichen „omnivoren“ Form (also Allesfresser). Man stößt auf Begriffe wie Vegetarier, Pescetarier, Veganer oder für ganz spezielle der Frutarier. Vielerorts sorgt dies für Kritik und Skepsis, den warum sollte man auf einmal kein Fleisch essen, wenn man das schon Millionen von Jahren gemacht hat? Dass es jetzt aber diese Art von Menschen gibt, die sich sogar ohne tierische Produkte ernähren und gleichzeitig Sport betreiben, ja sogar Leistungssport, ist manch einem zu viel des Gutem. Die wenigsten wissen, dass Athleten wie Lewis Hamilton, Novak Djokovic oder Mike Tyson (um nur ein paar zu nennen) sich alle komplett vegan ernähren. Leider geht es im Profisport ja auch nur um die Leistungen, und nicht um den Weg den die Sportler auf sich nehmen, um dies zu erreichen. Liest man sich jetzt aber etwas in das Thema ein, merkt man schnell, dass die vegane Ernährung im Profisport keine Seltenheit mehr ist und von vielen mit Begeisterung praktiziert wird. Was hat es jetzt also auf sich, dass viele darauf schwören ihre Leistungen im Sport dadurch zu verbessern und ihnen die „normale“ Ernährung dazu nicht mehr ausreicht?

So oder so ähnlich stellen sich viele die Vegane Ernährung vor.

Fangen wir erst mal damit an, was wir überhaupt brauchen um uns ausgewogen zu ernähren. Idealerweise besteht die Ernährung eines Leistungssportlers nämlich aus 45% Kohlenhydrate, 30% Fette und 25% Eiweiße. Nimmt man das jetzt alles vegan zu sich, besteht meiner Meinung nach erst bei letzterem ein Problem. Kohlenhydrate sollten Sportler zum Beispiel durch Vollkornprodukte einnehmen, welche den Blutzuckerspiegel nicht so schnell nach oben treiben und längerfristig Energie liefern. Auch Fette sind leicht vegan zu beschaffen (z.B. durch Nüsse, Samen und pflanzliche Öle) und sogar gesünder als tierische, da diese keine Arterienverkalkungen, Gicht, etc. hervorrufen können. Eiweiße vegan zu sich zu nehmen erachten viele als schwierig, da Fleisch schon immer als Nummer Eins Eiweißquelle galt. Der Körper kann außerdem tierische Proteine viel besser in körpereigene Proteine umwandeln als pflanzliche. Wenn man sich jedoch ausreichend informiert, merkt man das auch pflanzliche Lebensmittel einen hohen Proteingehalt aufweisen können. Linsen zum Beispiel enthalten ca. 26g Eiweiß pro 100g, Hackfleisch hingegen nur 20g Eiweiß. Auch Lebensmittel wie Brokkoli, Nüsse oder Tofu sind gut um seinen Proteinhaushalt täglich zu decken. Für empfohlene 0,7g – 2g Eiweiß pro Körpergewicht am Tag gibt es also genauso gut vegane Möglichkeiten. Doch welchen Profit erreicht man jetzt eigentlich durch solch eine Ernährungsumstellung, gerade als Profisportler?

Eine der Hauptgründe warum viele Sportler vegan werden, ist wahrscheinlich die schnellere Regenerationszeit des Körpers. Durch jede
sportliche Betätigung wird grundsätzlich die Bildung von Entzündungen gefördert, welche bekämpft werden müssen. Dies ist Aufgabe der Antioxidantien, die größtenteils durch pflanzliche Lebensmittel in den Körper gelangen. Isst man alleine schon Fleisch vor dem Training, erhöht das die Entzündungswerte aufgrund der Fettsäuren im Fleisch. Macht man dann Sport, hat der Körper nun doppelte Arbeit um dies abzubauen. Veganer haben jetzt den Vorteil, dass ihr Körper schneller regeneriert und auch Verletzungen schneller heilen. Ein weiterer Vorteil der Ernährungsweise im Sport ist die leichte Verdauung. Tierische Lebensmittel liegen bekanntlich schwer im Magen und verbrauchen viel Energie bei der Verdauung. Gerade beim Ausdauersport wird das zum Problem, da jedes Gramm Gewicht und jede fehlende Energie zu schlechteren Leistungen führt. Deswegen berichten viele vegane Sportler von einem Leistungssprung aufgrund ihrer Ernährungsumstellung. Da ihnen nun mehr Energie zur Verfügung steht, sind sie oft weniger erschöpft.

Blutproben der NFL Athleten zeigen verblüffende Auswirkungen nach dem Verzehr von Fleisch

Ein zusätzlicher Benefit der Ernährungsform ist der verbesserte Blutfluss. In der Ernährungsdoku „ The Game Changers“ wurde ein Experiment mit mehreren NFL Athleten durchgeführt. Die Sportler mussten jeweils 3 verschiedene Burritos zu sich nehmen. Ein Sportler bekam einen Burrito mit Rindfleisch, der andere einen mit Hühnchen und der letzte einen mit Bohnen. Als man anschließend ihr Blut abnahm und es untersuchte kam folgendes raus: Das Blutplasma der Sportler, die Fleisch zu sich nahmen, war in einem sehr trüben und dickflüssigem Zustand. Im Gegensatz dazu war das Blutplasma des Sportlers mit dem pflanzlichen Burrito klar und dünnflüssig. Dieses Experiment zeigt, was der Fettgehalt des Fleisches mit unserem Blut anstellt. Dass das Plasma so trüb ist, hat damit zu tun, das viel Fett im Blut ist und sich dies an den Wandschichten der Blutgefäße ablagert. Dadurch kann nicht mehr so viel Blut hindurchfließen, da das Volumen der Arterie kleiner geworden ist und das Blut nun länger braucht für die Transportation in verschiedene Körperregionen. Ein veganer Sportler hat nun also den Vorteil, dass Blut schneller in die Muskeln fließen kann und sie mit Sauerstoff versorgt.

Abschließend ist zu sagen, dass die Skepsis, ob sich Sportler vegan ernähren können, natürlich völlig unüberlegt ist. Wie aufgelistet gibt es sehr wohl Möglichkeiten um sich ausgewogen zu ernähren, auch im Leistungssport. Der stärkste Mann Deutschlands lebt schließlich auch vegan. Ob einem dieser Weg jetzt wirklich dabei hilft alle anderen Sportler in den Schatten zu stellen, ist fraglich. Die Mehrheit der Sportler ernährt sich omnivor und erzielt genauso gute Erfolge. Die Ernährungsumstellung liefert einem leider nur minimale Verbesserungen im Sport. Wer jetzt aber auf seine Gesundheit achten möchte, für den ist die vegane Ernährung eine gute Möglichkeit. Zum Glück gibt es auch im Supermarkt immer mehr pflanzliche Alternativen um allen Geschmäckern gerecht zu werden und ich hoffe, dass die Nachfrage von Zeit zu Zeit steigen wird.

Geschrieben von Nadine Müller 

Quellen:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/wohlbefinden/sport/vegane-ernaehrung-fuer-sportler-optimal-190104005

https://www.vegan-athletes.com/vegane-sportler-erfolgreiche-spitzensportler-in-der-weltelite/

https://www.peta.de/veganleben/vegane-sportler/

https://ich-lebe-vegan.de/veganes-leben-im-alltag-ueberblick/veganismus-und-sport/

https://www.runtastic.com/blog/de/vegane-ernaehrung-sport/

https://ecodemy.de/magazin/vegane-sporternaehrung/

Bildquellen:

https://pixabay.com/de/photos/training-muskeln-waffen-blondine-828726/

https://pixabay.com/de/photos/gemüse-früchte-lebensmittel-zutaten-1085063/

https://pixabay.com/de/photos/blut-beispiel-labor-wissenschaftler-4944421/

 

 

Leave a Reply