…und dir mit 6 Fakten einen neuen Blickwinkel über die Mafia ermöglichen

Die Stadt Palermo in Italien

Mord und Todschlag, Korruption, Drogenschmuggel, Italien und der Pate …das sind so ziemlich die ersten Dinge, die man mit dem Geheimbund,  dessen Wurzeln in Sizilien liegen, in Verbindung bringt. Doch was ist dran an den Klischees, die wir über Hollywood übermittelt bekommen? Können wir alles für bare Münze nehmen, was uns die Medien aufs Brot schmieren – mit Sicherheit nicht.  Man weiß nicht allzu viel über den „Kreis“,  da es einen strenge Schweigepflicht („Omerta“) gibt. Mit der Zeit sind unter anderem durch Festnahmen von Mafiosis, immer wieder Informationen durchgesickert. Dieser Artikel gibt mit  sechs  Statements, die ihr zuvor noch nicht über die Mafia wusstet, einen kleinen Einblick in das Leben der Gangster.

Eine hitzige Angelegenheit, das Aufnahmeritual der Cosa Nostra hat es in sich. Zuerst werden einem die Hände aufgeschlitzt, dann muss das frische Blut auf ein heiliges Bild verteilt werden. Zu guter Letzt wird das Gemälde dann verbrannt. Es versteht sich, dass das Mitglied in spe das abbrennende Kunstwerk dabei in seinen Händen hält und währenddessen seine ewige Treue schwört. „Ich schwöre, der Cosa Nostra treu zu sein. Wenn ich untreu werden sollte, soll mein Fleisch verbrennen, so wie dieses Bild verbrennt.“ Erst nachdem der Eid zu Ende gesprochen ist, darf das Bild losgelassen werden.

Die Mafia in Italien überfällt regelmäßig Käsetransporter, im inneren der Wägen befindet sich der begehrte Käse aus der Region „Emilia Romagna“. Ein Leib des leckeren Parmigiano, hat einen Wert zwischen 500-2500 Euro. Man munkelt, dass die Übergriffe nicht allein der Gewinnerzielung dienen, sondern hauptsächlich bei Familienfesten der Mitglieder verspeist werden. Sie sind ein gern gesehenes Gastgeschenk.

Wer glaubt, dass Schutzgelder in heutiger Zeit keine Rolle mehr spielen, der irrt. In der Stadt Palermo müssen nach Schätzungen zu folgen 80% der Geschäfte einen gewissen Anteil ihrer Einnahmen an die kriminelle Vereinigung der Unterwelt abgeben. Einfache Landbesitzer müssen demnach 500-1000 Euro pro Quartal abgeben, besser laufende Geschäfte 3000-5000 Euro. Eine genaue Tarifliste hat die Zeitung „La Republica“ aus Italien veröffentlicht. Aber auch die Mafia hat ein Herz, Familien, in denen zurzeit ein Trauerfall vorliegt, sind von dem „il pizzo“ (Schutzgeld) ausgeschlossen.

Filmszene aus dem bekannten Mafia-Film, „Der Pate“.

Über den Dreh des bekanntesten Mafia-Film der Welt, „Der Pate“, war der Ring zunächst gar nicht erfreut, es gab mehrere Morddrohungen an die Film-Crew. Auf das Auto des Produzenten wurden sogar Schüsse abgefeuert. Erst als man das Drehbuch dem Mafiaboss „Joe Colombo“ zum Lesen gab und er einige Änderung vornahm (er strich z.B. das Wort „Mafia“ aus dem kompletten Drehbuch), konnte der Film ohne größere Komplikationen fertig produziert werden. Inzwischen steht die DVD bestimmt bei vielen Mafiosis selbst im Regal, da er einfach Kult ist.

Erkennungsfoto von Griselda Blanco

„La Madrina“, „Patin des Kokains“, oder auch „Black Widow“, das sind alles Namen für „Griselda Blanco“. Wie Marie Curie oder Rosa Parks für Wissenschaft und Bürgerrechte stehen, so steht Griselda Blanco als einer der wenigen weiblichen Vertreter für das organisierte Verbrechen. Als Anhängerin des „Medellín-Kartell“ brachte sie nicht nur Drogen in die Vereinigten Staaten. Sie gilt auch als Erfinderin der „Motorrad-Drive-by-Shooting“. Dieser Begriff steht für Auftragsmörder, die ihre Opfer während der Fahrt auf dem Zweirad erschießen. Die Kartoffel, wie sie auf Grund Ihres nicht ganz so hübschen Gesichts liebevoll genannt wurde, kam dafür vor das Gericht, wurde aber freigesprochen. Der Richter war davon überzeugt, dass Frauen nicht dazu in der Lage sind, sich solche kriminellen Pläne auszudenken. Jahre später wanderte „Signora Blanco“, aufgrund ihrer Vielzahl an begangenen Morden, schlussendlich doch ins Kittchen.

Die sizilianische Polizei machte 2011 einen großartigen Fund. Bei der Festnahme des Mafiaboss „Salvatore Lo Piccolo“ stolperten sie über den Ehrenkodex der Cosa Nostra. Die Verhaltensregeln sind ähnlich aufgebaut wie die 10 Gebote der katholischen Kirche und gibt Aufschluss über die moralischen Werte des Clans.

Die zehn Gebote der Mafia:

  1. „Man stellt sich unseren Freunden nicht allein vor – dies geht nur über die Vermittlung eines Dritten.“
    2. „Lass die Finger von den Ehefrauen unserer Freunde.“
    3. „Wir machen keine Geschäfte mit den Bullen.“
    4. „Wir besuchen weder Tavernen noch Clubs.“
    5. „Es ist Pflicht, der Cosa Nostra jederzeit zur Verfügung zu stehen. Auch wenn die Frau kurz vor der Entbindung steht.“
    6. „Verabredungen werden kategorisch eingehalten.“
    7. „Die Ehefrau muss respektiert werden.“
    8. „Wenn man nach etwas gefragt wird, was man weiß, muss man die Wahrheit sagen.“
    9. „Es ist verboten, sich Gelder anzueignen, die anderen oder anderen Familien gehören.“
    10. „Wer nicht der Cosa Nostra angehören kann:
    – Wer einen engen Angehörigen bei den Sicherheitskräften hat
    – Wer Fälle von Untreue in der Familie hat
    – Wer sich schlecht verhält – und sich nicht an moralische Werte hält.“
    Quelle: La Repubblica

 

Beim Durchlesen des Kodex stellt man fest, dass die meisten Punkte ziemlich vernunftzugänglich sind, die Mafia wirkt sehr familiär und nah. Überhaupt nicht wie eine kriminelle Vereinigung!

 

Von den kriminellen Machenschaften die tagtäglich von der Organisation begangen werden, kriegen wir nur einen Bruchteil über Zeitschriften, Zeitungen, Fernsehen und Co mit. Und selbst, wenn in diesen Informationen nur ein Fünkchen Wahrheit steckt, ist es gut sich damit zu beschäftigen, um neue Gedankenanreize zu finden und sich um das Leben um uns herum zu beschäftigen.
Mit den sechs obig genannten Punkten habe ich versucht euch einen Blick durchs Schlüsselloch zu verschaffen und euch vielleicht zu der Frage beweget, wie viele Grausamkeiten werden Tag ein Tag aus von der  Mafia begangen. Und wie viel Einfluss hat sie tatsächlich auf unser Leben? Ja vielleicht, ganz vielleicht fragt ihr euch jetzt sogar in eurem Innersten, was man gegen solche Verbände der Unterwelt unternehmen kann. Wahrscheinlicher ist aber, dass ihr nach diesem Artikel einfach sechs interessante Fakten über die Mafia wisst und diese euren Freunden oder eurer Familie weiter erzählt ­­ – und das ist auch in Ordnung so.

Christina Oschinski

Categories: Uncategorized

Leave a Reply