Habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt was dahinter steckt das Krimi-Serien, Horror Filme und True Crime Dokumentationen beliebter als je zuvor sind? Und vor allem was hat die menschlichen Psyche damit zu tun?

Die Schreckenszeit von Theodor Robert Cowell, besser bekannt als Ted Bundy (nachdem seine Mutter John Bundy heiratete), dauerte von 1974 bis 1978 an. Eines seiner ersten bekannten Opfer war die 21-Jährige Studentin Lynda Healy. Er entführte sie aus ihrem Zimmer und vergewaltigt und tötete sie in den Taylor Mountains in Washington. Sein Opfer Profil war: Jung, lange dunkle Haare mit einem Mittelscheitel…

Das Genre „True Crime“ ist in aller Munde. Zahlreiche Fernsehserien wie Making a Murder oder seit neustem Ted Bundy – Portrait eines Serienmörders (auf Netflix) oder Filme und Podcasts sind der Beweis dafür. Die Definition von „True Crime“ ist: „Es widmet sich der Darstellung realer Kriminalfälle, überwiegend der von Mordfällen oder anderen Straftaten.“ Auch ich wurde davon in den Bann gezogen als ich meinen Lieblingspodcast („And thats why we drink“) zu diesem Thema entdeckte. Doch was fasziniert die Menschen an den brutalen Verbrechen der Täter? Diesem werde ich in den folgenden Abschnitten grob auf den Grund gehen.

Wir fühlen uns dadurch vorbereitet:

Ich habe in meiner Facebook-Gruppe genau zu diesem Thema mal rumgefragt. Wieso magst du „True Crime“? Und oft war die Antwort: „Falls ich je in so eine Situation kommen sollte, kann ich aus den Erfahrungen der Opfern lernen und vielleicht bessere Entscheidungen treffen. Ich fühle mich somit sicherer und vorbereitet“. Psychologen denken genau das sei der Grund, wieso vor allem Frauen von „True Crime“ so fasziniert sind. Sie gehen davon aus, dass Frauen denken sie bekämen Tipps, wie man in einer gefährlichen Situation die Chance zu überleben verbessern könnte. Frauen sind häufiger Opfer von sexueller Gewalt als Männer. Sie machen circa 70 % der Opfer von Serienmördern aus. Das liegt daran, dass die meisten Täter auch ein sexuelles Motiv (z. B. das Befriedigen ihrer Triebe) haben. Indem Frauen sich über die Mörder, ihre Opfer und den Grund solcher Gewalttaten informieren, lernen sie Möglichkeiten, um sich selbst davor zu schützen.

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Wir sind froh nicht das Opfer zu sein:

Okay, das klingt im ersten Moment ziemlich merkwürdig. Aber das ist es nicht. Psychologen sagen, es gibt uns eine Gelegenheit uns erleichtert zu fühlen. So in etwa wie Schadenfreude. Jemanden anderen ist etwas schreckliches wiederfahren, und wir sind froh, dass es nicht wir waren. Denn genauso hätte es jeden anderen Menschen treffen können. Eben auch einen selbst.

Wir fühlen uns sicher:

Horrorfilme sind wie eh und je beliebt. Der Mensch mag den Adrenalin-Klick, das Gruseln. Aber natürlich nur in einer kontrollierten Umgebung, in der wir uns sicher fühlen. Auch kann der Zuschauer sich in den Täter reinversetzen, während seiner grausamen Taten, ohne diese selbst auszuüben oder dafür bestraft zu werden.

Wir versuchen das Rätsel zu lösen:

Wir Menschen lieben es Rätsel zu lösen. Und mit einem Mord bietet sich uns die perfekte Gelegenheit das zu tun. Während des Films, der Serie oder beim Hören eines Podcasts versuchen wir noch vor den Ermittlern den Fall aufzuklären. Dadurch erhalten wir eine Art Abschluss mit dem Thema und durch die Herausforderung wird unser Gehirn stimuliert. Wie bei einem Puzzle oder Kreuzworträtsel.

Wir sind fasziniert:

Serienmörder faszinieren uns genauso wie ein Autounfall, ein Zugunglück oder Naturkatastrophen. Wir können einfach nicht wegsehen. Dabei handelt sich um unsere allgemeine Fixierung für Gewalt und Unglücke. Anders gesagt: Die Handlung der Täter sind schrecklich und grausam, jedoch können wir unseren Blick nicht davon lösen.

Wir müssen wissen, dass wir nicht wie der Täter sind:

Die dunkelsten Gefühle eines Menschen treiben sie dazu grauenvolle Taten zu begehen. Schon von klein auf werden wir mit der Frage „gut oder böse?“ konfrontiert. Uns wird beigebracht, unsere gewalttätigen Neigungen gegenüber anderen zu unterdrücken. Durch die „True Crime“ Serien & Co. kann der Zuschauer seinen Gefühlen in einer sicheren Umgebung freien Lauf lassen. Wir sind erleichtert, dass wir diesen verheerenden Schritt nicht gemacht haben. Wir alle werden mal wütend. Und bestimmt auch jeder schon mal gesagt: “Oh mein Gott. Ich könnte ihn/sie umbringen!“ Es ist eine Art Erleichterung, dass egal welchen Impuls wir hatten, jemand anderes ihn ausgeführt hat, und nicht wir.

Aber unsere Faszination geht noch viel tiefer. Die oben genannten Punkte haben nur an der Oberfläche gekratzt. Die menschliche Psyche ist so komplex, dass so viele Faktoren dabei eine Rolle spielen können. Aber hauptsächlich, würde ich sagen, hat es damit zu tun, dass wir von Gewalt im Allgemeinen fasziniert sind. Auch stellen wir uns die Frage: „Wie konnte jemand nur so etwas tun?“ Wie Serienmörder oder andere Verbrecher ticken, wissen wir zwar schon ein wenig, jedoch immer noch nicht genug um vielleicht zu verhindern, dass jemand überhaupt zu so etwas verleitet wird. Da kommt wieder die uralte Frage auf, die sich Kriminologen stellen: „Wird man böse geboren, oder böse gemacht?“ Was meint ihr?

bis Ted Bundy gefasst wurde, beging er mehr als 30 uns bekannte Morde und Gewaltverbrechen. Als er verhaftet wurde, gelang ihm die Flucht während einer Verhandlungspause. Er versteckte sich eine Woche in den Bergen, wurde aber kurzerhand von der Polizei gefasst und in ein Gefängnis in Glenwood Springs verlegt. Auch aus diesem gelang ihm die Flucht. Bundy floh nach Florida, wo er drei weitere Morde begann, für die zum Tode verurteilt wurde. Ted Bundy starb am 24. Januar 1989 durch den elektrischen Stuhl. In der Nacht vor seiner Hinrichtung gestand er in einem Fernsehinterview, der Konsum von Pornographie wär die Ursache für seine Taten.

Hanna Mohr

Quellen:

http://mentalfloss.com/article/559256/why-we-love-true-crime

https://www.bento.de/tv/was-fasziniert-leute-an-true-crime-a-00000000-0003-0001-0000-000000292132

http://time.com/4172673/true-crime-allure/

https://www.insideedition.com/why-are-people-obsessed-watching-true-crime-series-50224

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