…zwei Begriffe, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollten. Doch genau diese 2 Wörter beschreiben, wie sich das Interesse von Kindern in den vergangenen Jahren verändert hat. Was früher die Ausnahme war, ist jetzt die Regel.

Der Blick auf einen Spielplatz beim Vorbeigehen ist traurig. Kinder sitzen lustlos im Sandkasten und wissen nicht recht was sie hier eigentlich machen. Schaukeln ist langweilig. Rutschen sowieso. Und anstatt die Aufmerksamkeit ihren Kindern zu schenken, gilt die der Eltern eher ihrem Smartphone.

Wenn das zuhause genauso aussieht, braucht man sich eigentlich nicht wundern, dass die Kinder heutzutage immer mehr auf die technischen Geräte und Medien fixiert sind. Wenn die Mama so oft auf das Smartphone guckt, muss doch irgendetwas so toll daran sein. Warum sollte man sich dann noch mit dem Malbuch beschäftigen, das eh schon fast voll ist?

Aber auch den Eltern ist es lieber, wenn sich ihre Kinder alleine, ruhig beschäftigen können. Da kommen die tollen Apps, die extra für Kinder entwickelt wurden, gerade recht. Den Kindern macht es Spaß und man kann in Ruhe eigene Dinge erledigen. Auch das Aufräumen von Spielsachen am Abend fällt weg. Und da es eh viel praktischer ist, wenn die Kinder ein eigenes Gerät haben, ist es das optimale Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag.

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass es außer der virtuellen Welt auf dem Display noch ein Leben in echt gibt. Und darauf sollten die Kinder auch vorbereitet sein.

„Was soll ich jetzt machen? Das Tablet hat keinen Akku mehr…“

Der schlimmste Moment, wenn das Tablet leer ist. Man war ja noch gar nicht fertig mit dem spielen. Und jetzt? Einfach mal das Tablet zur Seite zu legen? Geht doch nicht. Sonst verliert man noch seine hart erspielten Punkte. Deswegen setzt man sich lieber mitsamt Ladekabel an eine Steckdose um dort weiter zu spielen. Ist zwar nicht immer so gemütlich wie auf dem Sofa, aber hilft ja alles nichts. Lego bauen? Ein Buch anschauen? Malen? Das Buch, das gerade jetzt interessant ist, gibt’s nur auf dem Tablet. Malen kann man doch auch viel besser darauf. So wird auch kein Tisch schmutzig. Ist doch praktisch. Und Lego bauen? Was soll man denn dann bauen? Du hast Vorstellungen! Nein, da hockt man sich lieber auf den kalten Boden und wartet eben dort solange, bis der Akku wieder reicht, um sich auf die Couch zu setzen.

„Ich habe keine Lust, ich will lieber Tablet spielen“

Den Nachmittag bei der Oma verbringen. Das Tollste was es gibt. Oma macht dir dein Lieblingsessen. Währenddessen darf man manchmal sogar fernsehen. Und danach spielt sie mit dir was auch immer du spielen möchtest. So war es zumindest bei mir damals. Heute sieht das anscheinend ein bisschen anders aus. In meinem Bekanntenkreis ist eine Situation aufgetreten, die mich einerseits schmunzeln lässt, mich anderseits aber auch ein wenig schockiert: Das Kind durfte am Nachmittag zur Oma gehen. Alles schön und gut soweit. Doch nach kurzer Zeit wurden die Spielsachen, die die Oma hat, langweilig. Die Lust auf ein gemeinsames Brettspiel hielt sich auch in Grenzen. Dafür wäre das super tolle neue Spiel auf dem Tablet was. Doch leider hat die Oma nun mal kein Tablet. Und anstatt sich damit abzufinden, sich für einen Nachmittag einmal nicht vor den Bildschirm zu setzen und sich stattdessen mit „oldschool“ Spielzeug zu beschäftigen, wollte das Kind lieber wieder nach Hause um das zu spielen, worauf es gerade Lust hatte.

„Jetzt bin ich dran! – Aber ich hatte es zuerst…“

Wenn mein Bruder und ich uns früher gestritten haben, ging es darum, wer welches Tier spielen oder mit der neuen Schaufel im Sandkasten nach dem Schatz graben durfte. Natürlich wollte man immer das, was der andere hatte. Ganz normal. Gehört dazu. Wenn ich heute Streitereien von meinen kleinen Cousins mitbekomme, ist das etwas anderes. Leider haben die Eltern nicht genug Geld um zwei Tablets zu kaufen. Deswegen müssen sich die beiden Geschwister wohl oder übel damit arrangieren, nur mit einem zu spielen. Bloß blöd, dass zu zweit spielen auf dem Tablet nur selten funktioniert. Und nur zuschauen ist ja langweilig. Einfach etwas anderes spielen sowieso. Außerdem ist es ungerecht. Also muss man halt mit aller Kraft irgendwie den anderen davon überzeugen, jetzt auch mal spielen zu dürfen. Einig wird man sich selten. Aber der Klügere gibt eben nach. Und bevor dies das Tablet sein muss und womöglich dabei kaputtgeht, muss man das gute Ding halt auch mal abtreten. Aber nur kurz! Denn dann fängt das gleiche wieder von vorne an. Nur andersherum.

Ein gesunder Ausgleich ist wichtig!

Wenn ich das so mitbekomme frage ich mich teilweise, wie wir ganz ohne diese Technik aufwachsen konnten. Wir haben einfach mit den Bauklötzen gespielt, haben gegenseitig unsere Legotürme umgeschmissen und es gab die ein oder andere Streiterei um die neue, rote Schaufel. Und wir leben noch!

Wer letztendlich daran Schuld trägt, darüber lässt sich streiten. Die Kinder können ja nichts dafür, dass ihre Eltern im Alltag so präsent mit den Medien umgehen. Wie sollen sie da einfach wegschauen und „normal“ weitermachen. Aber die Eltern kann man deswegen auch nicht verurteilen. Natürlich nutzt man sein Smartphone mit den unglaublich vielen, tollen Möglichkeiten. Es hat ja auch einiges an Geld gekostet. Außerdem muss man mit der Zeit gehen und in dieser steht die Entwicklung und Nutzung von immer tolleren und besseren Geräten sehr weit oben. Aber trotzdem stellt sich natürlich die Frage, ob es denn sein muss, das alles seinen Kindern so direkt vor Augen zu führen.

Es ist auch klar, dass in der heutigen Zeit, vieles fast nur noch digital möglich ist. Und die Kinder spielerisch daran hinzuführen ist sicherlich nicht falsch. Es gibt tolle Apps für Kinder, in denen sie auch etwas lernen können, keine Frage. Und es ist auch praktisch, alles was man braucht um sein Kind zu beschäftigen, so kompakt jederzeit dabei haben zu können.

Meiner Meinung nach ist es deswegen heutzutage umso wichtiger, einen guten und gesunden Ausgleich zwischen „Tablet“ und „Sandkasten“ für sich und seine Kinder zu finden.

von Anna Hoiß

 

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