Obwohl wir doch alle auf unsere Lebensweise achten, indem wir regionale Produkte einkaufen, faire Kleidung tragen und Plastik vermeiden, lassen wir Kinder für unseren Schmuck leiden, denn der Schein trügt. Gold ist vielleicht schön anzusehen, doch weniger glänzt es in der Welt dahinter.

 

Was ist die Definition einer perfekten Kindheit? Ist es die Zuneigung und die Aufmerksamkeit der Eltern, die Freunde welche mit einem Lachen, die Wärme, die man Zuhause von den Geschwistern zu spüren bekommt, die Geheimnisse, die man hütet, das Basteln von Drachenfliegern, das gezwungene Lesen, die Kleinigkeiten wie Geschenke und Nachspeisen nach einem warmen Mittagessen, die guten Noten, für die man lernt oder die Sorglosigkeit, die Freiheit und das einfache Kindsein wie wir es kennen? Ist das die Definition einer schönen Kindheit?

Nicht für alle Kinder, vor allem für die in Malaysia. 

Schürfen, schlagen, schleppen, schweißen, schleifen und hämmern. So sieht der Alltag vieler Kinder in Entwicklungsländer aus, die 400 Meter in die Tiefe klettern müssen, ohne jegliche Schutzmaßnahmen wie Seil, Sicherheitshandschuhe, Helme. Nicht einmal Schuhe zum Anziehen. Nur mit der Angst und der Hoffnung lebend wieder rauszukommen.

Um das Erz aus den Trümmern herausschlagen zu können, benutzen sie öfters selbstgemachte Hammer oder Steine. Hier kommt es oft zu Unfällen, da die Schächte meist nicht stabil genug sind und somit einstürzen können. Um das Gold aus dem Erz herauszufiltern, verwendet man chemisches Quecksilber. Die Kinder trennen das Gold mit bloßen Händen, auch wenn sie die Gefahren kennen. Die eingeatmeten Dämpfe sind stark toxisch und können sogar tödlich sein. Jedoch haben die meisten keine Alternative und greifen daher zu den billigeren Chemikalien.

Im Alter von 5 Jahren fangen Kinder schon an in den Goldminen und unter Trümmern zu arbeiten. Sie brauchen das benötigte Geld, und meistens kennen sie es nicht anders. Mehr als 16 Stunden am Stück arbeiten die kleinen Seelen, und der Stundenlohn liegt umgerechnet gerade mal bei 19 Cent.
Viele sterben an Ort und Stelle, viele aber auch an den Folgen der Verletzungen, aber die meisten schaffen es nicht raus, uns sterben bei lebendigem Leibe. Nicht zu vergessen, dass die meisten unter 10 Jahren sind. Und für was die ganze harte Arbeit. Für unseren Schmuck. Sie bluten für unsere Ohrringe, Halsketten, Ringe und Armbänder. Unmündige Minderjährige leiden für unser Glück.

Für Materialismus, den wir so nötig haben?

Insgesamt sind es mehr als 150.000.000 Kinder die illegal arbeiten, davon ca. 600.000 für unser Schmuck. Es sind die kleinen Hände, der zierliche Körper, die Unschuld, die Wahllosigkeit und die Chancenlosigkeit, der die Voraussetzungen erfüllt, in riesigen Goldminen zu schuften. Die meisten Gründe hierfür sind Armut, Kinderhandel, fehlender Bildungszugang, Wirtschaftskrisen und Vertreibung.
Die Folgen der Kinderarbeit ist schwerwiegend. Physische Konsequenzen, wie das Entwickeln von Krankheiten des Skeletts, Schnitte und Verbrennungen, oder Missbrauch der Erwachsenen sind zu erleiden. Ebenso sind die psychischen Konsequenzen zu beachten, wie die feindliche und gewalttätige Umgebung, das geringe Selbstwertgefühl, oder die fehlende Schulbildung und die fehlenden Träume.

Es sind immer die Kinder, die leiden müssen, die wahren Verlierer, die unschuldigen. Kinder, die nicht lachen können. Kinder die nicht lieben können. Kinder, die nicht lernen, singen, malen, basteln, können. Kinder die keine Freiheit haben. Kinder, die versuchen gegen das Leid des Lebens zu kämpfen. Es sind 5-Jährige, die mit voller Angst auf das reale Leben zugehen müssen und keine andere Wahl haben.

Denn sie versuchen zu überleben, anstatt zu leben.

Ist das die Kindheit, die perfekte Vorstellung einer Kindheit? Eine Kindheit die sich jedermann wünscht. Eine Kindheit voller Angst und Demütigung, eine Kindheit, voller Sorgen und Hunger. Hunger nach Liebe, Hunger nach Zuneigung, Hunger nach Essen, Hunger nach Spaß, Hunger nach Lachen, Hunger nach Lernen. Hunger nach Freiheit. Hunger nach Kindsein. Hunger, um Kind zu sein.

Also stellt sich mir am Ende des Tages die Frage: „Trage ich das Blut eines 5-Jährigen Kindes an meinem Körper“?

 

 

Quellen:

https://www.geo.de/geolino/mensch/6366-rtkl-bolivien-kinderarbeit-im-bergwerk

https://www.google.com/search?q=kinderarbeit+goldminen&rlz=1C1CHBF_deDE895DE895&oq=kinderarbeit+goldminen&aqs=chrome..69i57j0i22i30j69i60.3474j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8

https://www.wisperwisper.de/2014/01/10/was-schmuck-und-eheringe-mit-kinderarbeit-zu-tun-haben/

https://de.wikipedia.org/wiki/Kindheit

https://www.tdh.de/was-wir-tun/arbeitsfelder/kinderarbeit/

https://www.youtube.com/watch?v=0jVvpdeelMg

 

Autor: Nefise Sezgin

Categories: Uncategorized

Leave a Reply