Wer kennt es nicht? Wir liegen verkatert im Bett und die unbeantwortete WhatsApp-Nachricht von der besten Freundin: „Bist du noch gut nach Hause gekommen?“ springt uns beim Blick auf‘s Handy gleich ins Auge. Langsam kommen die Erinnerungen wieder und wir hoffen, dass es der Freundin, die uns gestern den letzten Schnaps aufgedrängt hat, mindestens genauso schlecht geht!

Hoffnungsvoll warten wir auf das Ende des Prickelns der Aspirintablette. Der Kopf dröhnt, die Ibuprofen wirkt zu unserer tiefsten Enttäuschung leider nicht und an etwas zu Essen ist noch lange nicht zu denken. Es ist Sonntag 11.00 Uhr und der Gedanke an den morgigen Arbeitstag lässt die Übelkeit nur noch stärker werden.

Was war das nur für ein Abend gestern? Mit großer Mühe suchen wir in unserem vernebelten Gehirn nach Erinnerungen an die vergangene Nacht. Nur langsam erscheinen die herbeigerufenen Bilder vor unserem geistigen Auge. „Um Gottes Willen…!“

Dabei fing doch alles ganz harmlos und gediegen an. Ein netter Abend mit guten Freunden, Hugo und Bier. Ganz nach dem Motto „So jung komma nimma zam“. Nach ein paar Drinks steigt die Laune und damit auch die Motivation, das Münchner Nachtleben auszukosten und in Erfahrung zu bringen, wo man am besten Feiern gehen könnte.

Auf der Suche nach guter Musik, gut gelaunten, jungen Leuten und einer coolen Location verschlägt es uns in das sogenannte „Crux“ in der Münchner Innenstadt. Eintritt 10,00 €, die Schlange endlos lang und der Pegel sinkt langsam schon wieder. Wollen wir das wirklich? „Naja, was soll’s! Jetzt sind wir schon hier und lassen es uns gutgehen.“ Nach der langen Warterei, endlich an der Bar angekommen, landet unser erster Blick auf die Getränkekarte. Unsere Stimmung ist im Keller, die Musik gefällt uns plötzlich auch nicht mehr und die Leute sind sowieso komisch. Bei der ersehnten Frage „Wollen wir nicht doch woanders hingehen?“ steigt der Glaube an das Münchner Nachtleben wieder und lässt unsere Motivation erneut aufkeimen.

Eine amüsante S-Bahn-Fahrt später und wir sind am Ostbahnhof angekommen. Die Wahl zwischen den Optimol-Werken und der Kultfabrik fällt uns plötzlich ganz leicht und schon hängt das Willenlos-Bändchen an unserem Handgelenk. Hier fühlen wir uns wohl – Drinks unter 5,00€ und die Musik ist dem Publikum angemessen. Während die Perlen der Charts durch den Club dröhnen, schweifen unsere Blicke mit einem schelmischen Grinsen durch die Feiermeute. Nach ein paar Minuten nähert sich auch schon langsam der erste von sich selbst überzeugte Partygast und es kommt wie es kommen musste. Verzweifelt wandern die Blicke der einen Freundin zur Anderen, während der Umgarnende immer näherkommt. Geübte Abwendungsmanöver und wir sind ihn los. Gottseidank, das soll schließlich ein Mädels-Abend werden! Auch das muss natürlich gefeiert werden und schon begrüßt uns die Barkeeperin wieder mit einem netten Lächeln. Wir stoßen auf unsere Freundschaft an, denn „So jung komma ja eh nimma zam“ und wir wagen uns zaghaft auf die Tanzfläche.

Da kommt auch schon der Willenlos-Fotograf und schießt ein vermeintlich unglaubliches Foto von uns, auf dem wir natürlich wie immer blendend aussehen! Langsam drückt nun auch die Blase und wir gehen – wie es sich natürlich für echte Partygirls gehört – zu zweit auf die Club-Toilette. Wir kämpfen uns durch die Feiermeute und versuchen zu ignorieren, dass gerade eine Hand auf unserem Allerwertesten gelandet ist. Der Anblick der endlos langen Toiletten-Schlange macht uns traurig und wir werden plötzlich auch extrem hungrig. Auf geht’s zum nächstgelegenen Burger King und der „Long Chicken“ mit Extra Pommes und natürlich einem Becher Cola Light (man muss ja schließlich auf die Linie achten) stehen bereit zum Verzehr, vor uns auf dem Tablett.

Ein paar Erinnerungslücken später und wir sitzen im Taxi Richtung Heimat. Tiefgründige Gespräche und der Austausch dunkelster Geheimnisse mit dem Taxifahrer lassen ihn zu unserem neuen besten Freund werden. Sicher im heimischen Bett, dreht sich das altbekannte Karussell, das uns zwar den Beweis für einen gelungen Abend liefert, uns allerdings auch einen schlimmen Morgen voraussagt. Der Gedanke an das Karussell lässt die Übelkeit steigen, doch endlich ist auch die Aspirintablette vollständig aufgelöst und sichert uns hoffentlich einen nichtsdestotrotz entspannten Sonntag. Im Übrigen entdecken wir auf der Facebook-Seite des Clubs das gestrige Party-Foto und müssen komischerweise feststellen, dass wir leider nicht so unglaublich gut aussahen, wie wir gestern geglaubt und uns natürlich auch gefühlt haben.

Wir schwören uns, wie schon so viele Male zuvor: NIE WIEDER ALKOHOL

Katharina Zier und Katharina Decker

Categories: Lifestyle, Musik

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