München ist DIE Weltstadt für gutes Bier und natürlich das bekannte Oktoberfest! Nur allzu gerne erzählt man, dass man ein waschechter Münchner sei und seine Stadt in und auswendig kennt. Doch es gibt einige geheimnisvolle Geschichten, die bestimmt nicht jeder Münchner kennt!

Wer kennt seine Stadt schon so genau, wie er es oft so gerne vorgibt?

Unsere Stadt München ist weltweit bekannt als Veranstalter des alljährlichen Oktoberfests und die Stadt des Bieres. Natürlich gibt jeder stolze Münchner nur allzu gerne vor, seine Heimatstadt so gut wie seine Westentasche zu kennen. Doch es gibt viele geheime und magische Orte in München, um die sich mystische Sagen und Geheimnisse ranken, die nicht jedem bekannt sind.

Der Sagenforscher „Schmidkontz“ stellte einst fest: „Der Kern einer jeden Sage ist ein Geschehnis. So wunderbar und unglaublich viele Sagen im ersten Augenblick erscheinen, ebenso sicher ist es, dass jede Sage einen geschichtlichen Unter- und Hintergrund hat.“ Diese Aussage können wir nach dem Hören oder Lesen einiger unglaublicher Geschichten vermutlich alle unterstreichen.
Zum Thema „Münchner Stadtsagen“ fällt wohl jedem zuerst die schaurige Geschichte des berühmten Teufelstritts in unserer Frauenkirche ein, den es heute noch zu bestaunen gilt. Doch unsere Stadt hat noch Einiges mehr an unglaublichen Geschichten und Sagen zu bieten!
Schon im Herzen Münchens lassen sich einige magische und geheimnisvolle Plätze entdecken, an denen wir täglich unwissend vorbeischreiten.

„Der Alte Peter steht schief!“

Sollte es Euch bis heute noch nicht aufgefallen sein, schaut doch mal bei Eurem nächsten Stadtbummel auf die Turmspitze des Alten Peters. Hier wird euch auffallen, dass die Turmspitze der Kirche mitten in der Innenstadt schief ist. Doch was steckt dahinter?
Der Teufel hegte einen tiefen Groll gegen Münchens älteste Kirche. Nur so sei zu erklären, dass der Blitz gleich mehrmals in die Türme des Alten Peters eingeschlagen hatte. Mit einigen Unterteufeln machte sich eines Nachts der Fürst der Unterwelt auf den Weg zum Alten Peter und hängte sich mit seinen Untertanen an die Turmspitze, um den heiligen Kirchturm zu Fall zu bringen. Niemand hatte jedoch mit dem Mut und der Tapferkeit des Türmers gerechnet, denn er verteidigte hartnäckig eines unserer bekanntesten Wahrzeichen. Mit einem Kreuz bewaffnet, schlug er den Teufel in die Flucht, womit der Höllentanz um Punkt ein Uhr nachts zu Ende war. Als der Türmer am nächsten Morgen den Stadtrat über die Geschehnisse der letzten Nacht aufklären wollte, konnte dieser ihm keinen Glauben schenken. Auch die Münchner, die von dem unwahrscheinlichen Ereignis erfuhren, waren fassungslos. Neugierig sammelten sich alle Bürger auf dem Marienplatz, um auf den Alten Peter zu starren. „Leute schauts doch, der Türmer hat doch Recht gehabt! Die Spitze des Turmes is a bissal schief.“
Seither heißt es in München „Der Alte Peter steht schief.“

Die eiserne Jungfrau

Doch auch die Geschichte der eisernen Jungfrau im Jungfernturm ist dem Großteil der Münchner nicht bekannt. Um sie ranken sich gleich mehrere schaurige Geschichten:
Der Jungfernturm, der in der Nähe des heutigen Salvatorplatzes stand, wurde 1493 erbaut und 1804 wieder abgerissen. Von jeher war das mächtige Bauwerk den Münchnern unheimlich gewesen. Oft hörten die Vorübergehenden unheimliche Stimmen, grauenvolle Schreie, klagendes Weinen oder erschreckendes Kettenrasseln hintern den Mauern. So wurde behauptet, in seinem Inneren befände sich die Statue einer eisernen Jungfrau. Jeder zum Tode Verurteilte wurde vor diese hingeführt und war gezwungen sie zu küssen. In diesem Augenblick jedoch öffnete sich unter seinen Füßen eine versteckte Falltür, welche den Unglücklichen in ein unterirdisches Verließ fallen und ihn für Immer verschwinden ließ. Andere erzählten wiederum, die besagte Statue hätte mit Dolchen gespickte Arme gehabt, mit welchen Sie den Angeklagten an sich heranzog und grausam in den Tod riss.
Die Erleichterung der Bewohner war groß, als der Turm um 1804 endlich abgerissen wurde.

Die Regensburger Glocke

Hinter unserer geliebten Frauenkirche verbirgt sich gleich neben dem Teufelstritt eine weitere schaurige Sage: Die Salve-Glocke auf dem südlichen Turm des Münchner Doms war damals Eigentum der Regensburger. Auf dieser steht zu lesen“ Susanna haiß ich und Jesus Maria und Lukas Markus Matheus und Johannes Names gos man mich…“
Im Jahre 1487, als sich die Stadt Regensburg freiwillig zum Reich der bayrischen Herzöge schlug, befahl Albrecht der IV., die Glocke vom Dom der Donaustadt nach München in die Frauenkirche zu befördern. Die Regensburger waren darüber nicht sonderlich erfreut, denn die Glocke gehörte schließlich ihnen. In München angelangt, trug sich von Nacht zu Nacht etwas Seltsames zu. Jeden Abend rückte die Glocke einige Meter weiter in Richtung Regensburg. Seltsame wehmütige Töne erklangen von dem an immer öfters, ohne dass jemand die Glocke auch nur in Bewegung gesetzt hatte.
Am Weihnachtsfeiertag des gleichen Jahres sollte nach Wunsch des Herzogs zum ersten Mal das Läuten erklingen. Selbst mit vereinten Kräften gelang es nicht, die Kirchenglocke ertönen zu lassen. Erst als die halbe Stadt mithalf, erklang diese endlich immer lauter und lauter, sodass die Mauern des Turmes erzitterten und sie mit einem Mal zersprang.

Na, wie sieht’s aus? Kanntet ihr diese Sagen bereits über unsere geliebte Heimatstadt? Wir nicht! Umso mehr hat es uns überrascht, wie viele unentdeckte Geschichten sich hinter einer Stadt verbergen. Und unser geliebtes München leuchtet und platzt nur so vor unglaublichen Geschichten und Sagen.

Trotz der zahlreichen Stadtbummler, Touristen, Faulenzern und Business- People, die rund um die Uhr durchs schöne München spazieren, bleiben diese unendlichen Erzählungen häufig verborgen und unentdeckt.

Katharina Decker und Katharina Zier

Categories: Kultur

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