Die Musik begleitet uns tagtäglich, sie spielt auch dann, wenn wir es nicht einmal bemerken – doch welche Rolle spielt sie tatsächlich in unserem Leben? Wie weit kann sie unsere Gefühle, körperliche Reaktionen und unsere Stimmung beeinflussen?

Musik ist unser ständiger Alltagsbegleiter, morgens auf dem Weg zur Arbeit oder als Zeitvertreib. Wir hören durchschnittlich 18 Stunden pro Woche Musik, zusätzlich werden melodische Klänge auch im Hintergrund von Werbung, Film und Co. verwendet. Aber wie werden Melodien eingesetzt, um Filmszenen emotionaler wirken zu lassen oder uns zum Kauf bestimmter Artikel zu animieren?

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Die Musik ist ein schöner Zeitvertreib, kurzerhand den Play Button drücken und schon ertönen die ersten Klänge des Lieblingssongs. Oft spielt die Musik auch in unserem Ohr, ohne dass sie tatsächlich wiedergegeben wird. Der Ursprung des allseits bekannten „Ohrwurms“ sind unsere Emotionen, denn ohne diese, würde ein solches Phänomen nicht existieren. Aufgrund der starken Bindung, zwischen der Musik und unserer Gefühlswelt, tritt dieser meist nur bei Stücken auf, die wir mit Erinnerungen und Emotionen verbinden. Ohrwürmer sind laut dem deutschen Musik Wissenschaftler, Jan Hemming, noch sehr unerforscht und deshalb kann man nicht mit Sicherheit sagen, wo genau er im Gehirn entsteht. Sicher ist jedoch, dass dieses Verhältnis zwischen Empfinden und der Tonkunst eines der Gründe ist, weshalb wir so gerne Musik hören und sie so konstant unser Leben begleitet.

Nicht nur das Vernehmen von fertigen Musikstücken, sondern auch das eigene Musizieren hat nachweislich deutlich spürbare Auswirkungen auf den Körper und Geist. Denn während des Spielens eines Instruments, wird das Gehirn aktiviert und es werden Glückshormone ausgeschüttet. Musikalische Klänge können sich aber nicht nur positiv auf den Hörer auswirken. Sie können diesen auch unbewusst beeinflussen.

Musik als unser Gegenspieler?

Ob beim Stadtbummel oder in Filmen, wir haben fast durchgehend die verschiedensten musikalischen Klänge im Ohr. Meist sind wir es, die auf „Play“ drücken, doch manchmal werden wir auch ganz unbewusst von den verschiedensten Melodien umgeben. Beispielsweise beim Einkauf oder auch in der Filmbranche ist die Tonkunst nicht mehr wegzudenken. Wer könnte sich heutzutage schon einen Horrorfilm ohne spannungsaufbauende Klänge vorstellen?

Schon vor dem Beginn des Tonfilmes war die Musik eines der wichtigsten Bestandteile der Filmindustrie. Auch wenn in Stummfilmen die Schauspieler nicht sprachen, so boten Melodien den Regisseuren trotzdem die Möglichkeit, den Zuschauer in die verschiedensten Gefühlswelten der einzelnen Charaktere eintauchen zu lassen. Bis heute ist die Filmmusik das wichtigste Mittel den Zuschauern dabei zu helfen sich in bestimmte Handlungen besser hineinversetzen zu können.

Aber wie ist es möglich, dass diese bezaubernde Art der Kunst uns so vielseitig beeinflussen kann?

Aufgrund der engen Verknüpfung von Musik und Emotionen, haben es musikalische Stücke teilweise sehr leicht uns zu manipulieren. Der hierfür verantwortliche Teil unseres Gehirns wird das limbische System genannt. Es bestimmt unsere Gefühlswelt und speichert neue Klänge ab. Darüber hinaus weckt es beim wiederholten Hören einer Melodie die damit verbundenen Gefühle und Erinnerungen.

Aber nicht nur auf emotionaler Ebene ist die Musik beeinflussend, denn sie kann auch den physischen und psychischen Zustand des Körpers ändern.

Bereits seit Jahren wird auch in der Medizin mit der Tonkunst therapiert. Diese besondere Art der Heilbehandlung wird in den verschiedensten Fachbereichen verwendet, darunter bei Demenz, Depressionen oder Schlaganfällen. Die wichtigsten Faktoren sind hierbei die Geschwindigkeit und die Tonlage eines Musikstückes. Sie sind dafür verantwortlich wie sich der Patient während der Behandlung fühlt und reagiert. Des Weiteren versucht man mit dieser Behandlungsmethode das Unterbewusstsein, zum Beispiel bei Komapatienten, zu aktivieren.

Auch im Alltag kann man sich die Musik zu Nutze machen. Der globale Audio-Streamingdienst Deezer beauftragte hierzu Wissenschaftler der British Academy of Sound Therapy (BAST). Diese fanden dabei die ideale tägliche Musikdosis heraus. Laut dieser Studie soll man 14 Minuten aufbauende Musik, je 16 Minuten beruhigende und entspannende Musik, 15 Minuten motivierende Musik und 17 Minuten dynamische Musik hören. Diese 78 Minuten tragen dazu bei, dass sich die körperliche und geistige Gesundheit des Hörers verbessert.

Was genau geschieht mit uns, wenn wir Musik hören?

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Musik ist der Überbegriff für ein weites Spektrum an verschiedensten Klängen. Ob der Gesang, das eigene musizieren oder auch das Prasseln von Regentropfen auf dem Dach, all diese Geräusche sind einzelne Bestandteile der Musik. Hierbei hat die Tonkunst einen großen Einfluss auf unser körperliches Wohlergehen. Wenn beispielsweise Musik bei einer Lautstärke von über 65 Phon gehört wird, was einer oberen Zimmerlautstärke entspricht, erkennt man, dass dies Reaktionen im Körper des Hörers auslösen kann. So wird beim Hören von ruhigen, angenehmen Tönen Noradrenalin ausgeschüttet, welches sich schmerzlindernd auf den Körper auswirkt. Das gegenteilige Hormon, Adrenalin wird hingegen bei schnellen Beats ins Blut abgegeben, spürbar wird dies durch eine erhöhte Herzfrequenz und einen steigenden Blutdruck.

Diese körperlichen Reaktionen macht sich auch die Werbeindustrie zu Nutze. Bei den meisten Werbeanzeigen, die wir täglich im Radio oder Fernsehen hören, steckt eine ausgiebige Planung der Melodien und der Stimme des Sprechers dahinter. Voraus geht immer die Überlegung was die Werbetreibenden mit ihrem Spot erreichen möchten, hierzu wird individuell die passende Stimmung zum Spot gewählt. Dabei soll die Musik dem potentiellen Käufer helfen, sich mit dem Produkt besser identifizieren zu können. Während des Kaufprozesses spielen Emotionen erneut eine sehr große Rolle, denn sie sollen uns letztendlich dazu bewegen ein Produkt zu kaufen.

Diese starke Bindung zwischen Musik und unserem körperlichen Wohlergehen beeinflusst und begleitet uns tagtäglich, da sie als einfacher Zeitvertreib, Heilmittel oder auch als manipulierendes Mittel eingesetzt wird. Durch dieses weite Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ist es so gut wie unmöglich sich ein Leben ohne Musik vorzustellen.

Stefanie Steinert

Quellenverzeichnis:

https://www.melodee.de/die-wirkung-von-filmmusik/

https://www.planet-wissen.de/kultur/musik/macht_der_musik/index.html

https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/kultur/wie-entsteht-ein-ohrwurm-100.html

https://www.deezer-blog.com/

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