In dem Artikel geht es um die verschiedenen Eigenschaften des Buches. Er soll den Leser mit auf die Reise nehmen und das Buch nicht nur als Leseobjekt darstellen. Vor allem soll er den Eindruck vermitteln, dass ein Buch Spaß macht und keinen Zwang darstellt –  jeder kann für sich selbst entscheiden.

Mit meinem Artikel möchte ich dich nicht dazu bringen ein Buch zu lesen, aber vielleicht interessiert es dich ja doch, für was ein Buch alles gut sein kann. Mein Schwerpunkt liegt dabei nicht etwa bei den verschiedenen Literaturrichtungen, ich möchte dir zeigen, dass Bücher auch über den Alltag hinaus einen Nutzen haben können.

Beginnen wir gleich mit ein paar Fragen: Kannst du dir vorstellen, wie viel Arbeit in einem Buch steckt? Kannst du dir vorstellen, wie viele Menschen alleine hinter der Idee ein Buch zu schreiben und zu produzieren, stecken? Kannst du dir vorstellen, wie viele Abteilungen und Prozesse ein Buch bis zur Fertigstellung durchläuft? Ich persönlich wusste es vorher nicht, hatte aber schon immer den Gedanken die kreativen Köpfe hinter den Büchern kennen zu lernen und an diesem Prozess teilzuhaben. Ich begann aus diesen Gründen eine Ausbildung zur Medienkauffrau für Digital und Print.

Um die vorherigen Fragen nicht außer Acht zu lassen: Ein Buch durchläuft in seinem Entstehungsprozess bis zu sieben Abteilungen, wenn man beispielsweise das Marketing und auch die Presse mit hinzuzählt. Es beginnt mit einem Manuskript in der Redaktion und endet am Markt als fertiges Produkt. Ich begann zu verstehen, dass ein Buch nicht nur Text auf Papier ist! Es stecken Geschichten, Biographien, Rezepte und Ratgeber dahinter. Voltaire sagte einmal: „Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor“. Meiner Meinung nach bildet man sich und erweitert seinen Horizont, mit jedem gelesenen Buch. Wer liest, lebt nicht nur ein Leben, sondern lebt tausend Leben weiter. Das heißt also, dass jeder Leser oder jeder potenzielle Leser die Geschichten anderer miterleben und nachempfinden kann. Der Leser ist nicht nur ein Zuschauer, sondern „Mitseher“. Er ist nicht nur ein Lauscher, er wird angesprochen und einbezogen. Bei jedem Buch tritt man in einen Raum ein und die Protagonisten sprechen zu einem. Der Leser öffnet das Buch und ist mit allen Sinnen Teilhaber am Geschehen.

Hat denn nicht jeder irgendwann einmal Lust auf etwas Kitsch in seinem Leben oder auf Horror? Einmal aus vollem Halse lachen oder sich richtig gruseln zu können und dabei die Macht zu haben das Buch einfach kurz wegzulegen? Menschen, die großes bewirkt haben, kennenzulernen und nicht nur die Meinungen anderer zu dieser Person zu hören?

Einfach mal bei Kopfschmerzen in einem Buch nachzulesen, was genau fehlt oder wie man sich selbst hilft, ohne Dr. Google zu fragen und gleich einen Gehirntumor diagnostiziert zu bekommen? Hinter Büchern stecken nicht nur Roman-, Fantasy- oder Krimiautoren, sondern richtige Experten, Doktoren und Wissenschaftler, die ihr Wissen teilen. Jeder erhält die relevanten Informationen und muss sich nicht erst durch tausend Artikel klicken, die vielleicht immer unterschiedliche Aussagen treffen, nicht wissenschaftlich fundiert sind und einen noch mehr verunsichern. Die Informationen können immer wieder nachgeschlagen werden und man erhält dabei keine – „Seite nicht mehr verfügbar“ – Meldung, wie im Internet. Gab es schon einmal so ein Buch, das dir helfen konnte?

Eine Studie der Zeit Online besagt sogar, dass ein gutes Buch wie Medizin zum Blättern ist. Intuitiv wissen wir aber schon längst um die Heilkraft der Bücher: „Liegen Kinder krank im Bett, lesen ihre Eltern ihnen Geschichten vor, damit sie schneller wieder gesund werden. Liegen Soldaten krank im Wüstenlazarett, liest ihnen die Krankenschwester etwas vor – so wie es dem englischen Patienten im gleichnamigen Buch ergeht: ‚Er hört ihr zu, schluckt ihre Worte wie Wasser‘ heißt es darin.“ Ein gutes Buch kann helfen, mit einer schlimmen Diagnose zu leben, es kann die Angst vor dem Alter lindern, es kann „die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“, wie Franz Kafka feststellte. Literatur kann auf die Seele besänftigend wirken: „Es tut wohl, den eignen Kummer von einem andren Menschen formulieren zu lassen. Formulierung ist heilsam.“ (Erich Kästner)

Wie findet man diese Bücher? Indem man in eine Buchhandlung, Bibliothek oder ein Fachgeschäft geht und sich von deren Mitarbeitern beraten lässt. Sollte das Wunschbuch vor Ort nicht da sein, ermöglichen diese eine Lieferung über Nacht und du kannst dein Buch am nächsten Tag in den Händen halten! Die Bücher werden auf Wunsch auch nach Hause geliefert, falls man den ganzen Tag arbeiten muss und keine Zeit hat um es abzuholen. Ist das nicht genial?

Bücher sollten Spaß machen und kein Zwang sein! Ich denke, viel hängt auch von den Eltern – gerade in den jungen Jahren –  ab. Mittlerweile nicht nur die Mütter sondern auch die Väter, die nach einem langen Arbeitstag noch Zeit mit den Kindern verbringen wollen, sind entscheidend. Diese prägen die ersten Jahre des Kindes, sie sind diejenigen, die abends am Bett sitzen und den Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Die gemeinsame Lesezeit schafft Raum für Ruhe und Geborgenheit im stressigen Alltag. Wer denkt nicht gern an die Lesezeit mit den Eltern/Großeltern zurück. Ich denke jeder verbindet damit schöne wohlige Kindheitserinnerungen. Bücher müssen keine dicken Wälzer sein. Kinder müssen keine 300 Seiten lesen. Ein Bilderbuch mit kurzen Sätzen reicht völlig aus. Kindergeschichten wie Hänsel und Gretel und Schneewittchen, sind nur kurzweilig und erfordern keine stundenlange Konzentration. Gerade Märchen sind bei Weitem nicht nur reine Erzählungen, sondern auch immer mit Lehren für das Leben verbunden, die auch von den Kindern unterbewusst aufgenommen werden. Kurzgeschichten, Zeitschriften oder Magazine können den Horizont ebenfalls erweitern und das ohne stundenlanges Lesen vorauszusetzen. Niemand erwartet, dass man als „Lesemuffel“ einen dicken Wälzer zur Hand nimmt – würde ich auch nicht, falls ich denn einer wäre. Jedoch würde ich eine Zeitschrift lesen oder ein Fachmagazin um das Tagesgeschehen mitzuerleben und im Alltag mitreden zu können. Die jungen Menschen sind die Zukunft von Morgen. Kein Unternehmen möchte Berufseinsteiger, die nicht in der Lage sind einfache Wörter korrekt zu schreiben, denn in der heutigen Jugendkultur bzw. sogar Jugendsprache werden Wörter nur noch abgekürzt oder ganz ausgelassen. Mit ein bisschen Bewusstsein für das Lesen, sollte diesem Trend entgegengewirkt werden.

Ich bin nun doch ein wenig abgeschweift und habe von Büchern geschwärmt, die toll zu lesen wären, aber was meinte ich noch mit meiner Headline? Kannst du dir etwas vorstellen?

Improvisierter (Not-Hocker) Bildquelle: © 2019 by Scheuerli, Erich

Dieses Bild sagt mehr als tausend Worte. Ich selbst bin gerade einmal 1,59 m groß und habe Schwierigkeiten an benötigte Dinge, die gerade dann natürlich ganz oben im Regal liegen, heranzukommen. Selbstverständlich könnte ich meinen Partner um Hilfe bitten aber was tun, wenn dieser gerade nicht da und auch keine Leiter in der Nähe ist? Ich nutze meine Bücher als kleinen Ersatzhocker, ich bevorzuge Hardcover (also die Bücher mit festen Umschlag), da die Softcover nicht sehr stabil sind um mein Gewicht zu tragen und womöglich auch noch zerreißen würden. Ich nehme nur zerlesene Bücher als absolute  Notlösung falls keine Leiter, Hocker oder sonstige Hilfe zur Hand sein sollte! Des Weiteren nutze ich Bücher gerne auf meinem Balkon als Beschwerer. Wenn ich fleißig lerne und mir wider Erwarten bei starkem Wind die Blätter um die Ohren fliegen, nutze ich ein Buch, welche Ausgabe ist dabei völlig egal. Hauptsache ich habe es bereits gelesen, nicht dass es mich nun doch noch vom Lernen abhält. Ich nutze die Bücher aber nicht nur zum Beschweren, sondern auch als Schutz vor meinen Katzen, diese lieben lose Blätter, besonders wenn man sie gut zerreißen kann. Vielleicht kennst du das Problem ja auch?

Als Dekorationsmittel lassen sich Bücher auch hervorragend einsetzen. Was mache ich mit dem leeren Fach in einem Regal? Es steht schon jede Menge Deko darin, aber wie fülle ich dieses eine Fach, ohne dass es völlig überfüllt wirkt? Ganz einfach, mit meinen Büchern. Egal ob, Krimi, Liebesroman oder Kochbuch, die einzig wichtigen Punkte: Sie müssen farblich und höhenmäßig zusammenpassen oder eben dann perfekt vom größten zum kleinsten gestellt werden. Vielleicht heißt es für dich dann wieder: „Oh nein, dann muss ich lesen?“ Nein! Es ist völlig egal ob du diese Bücher liest oder gelesen hast oder auch gar nicht liest! Hauptsache die Dekoration passt! Als Nebeneffekt wirkt man dabei noch belesener, da die meisten Menschen sofort denken, dass man sie gelesen hat. – Und wenn keiner nachfragt? Muss man auch nicht schwindeln!

Bücher als Dekoration (2) Bildquelle: © 2019 by Scheuerli, Erich

Bücher als Dekoration Bildquelle: © 2019 by Scheuerli, Erich

Nutzt Bücher! Egal, ob ihr sie lesen wollt oder nicht! Sie sind schön als Dekoration, zum Lesen oder zum „einfach nur haben“. Jeder Autor und Mensch hinter dem Buch ist dankbar, wenn es aus der Buchhandlung in ein Zuhause wandert und dort einen Platz im Regal, unter einem Bett oder in einem Schrank findet. Bücher müssen auch nicht weggeworfen werden falls man sie als Deko nicht verwenden möchte. Mittlerweile gibt es „Bücherboxen“ in die man seine gelesenen hineinstellen und andere auch noch kostenlos mitnehmen kann, wie ein Tauschgeschäft. Die Bücher können auch gebraucht von anderen Anbietern gekauft werden und sind somit auch nicht teuer! Gebt den Büchern eine Chance, wie ihr euren Freunden oder Bekannten am Anfang eine gegeben habt, denn wir Menschen sind auch wie Bücher: „Außen steht der Klappentext für den groben Überblick, und wenn man sie öffnet und hineinschaut, kann man sie gänzlich lesen.“

Tanja Grimm

Quellen:

https://www.aphorismen.de/zitat/70838

Vgl. https://www.zeit.de/2017/10/literatur-lesen-gesundheit-studie

Ondatjee, Michael: Der englische Patient, 3. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, 2007, S. 16

Vgl. https://www.zeit.de/2017/10/literatur-lesen-gesundheit-studie

Vgl. https://www.zeit.de/2017/10/literatur-lesen-gesundheit-studie

Carina Bartsch, Nachtblumen. Rowohlt Taschenbuch, 2017,  S. 409

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