Kennt ihr das: Man wird ausgeschlossen, weil man aus der Reihe tanzt? Ausgeschlossen, weil man etwas Anderes mag, trägt oder hört als die anderen …
Einfach, weil man nicht dem „Normal“ entspricht …? Als Metalhead kenne ich das aus meinem Alltag nur zu gut.


Metalheads bzw. Metaller [Mettler] haben einen Musikgeschmack, der bei Weitem nicht jedem, wenn nicht sogar den Wenigsten, zusagt.
Metal ist laut, brutal, gewaltverherrlichend und satanistisch – So das Vorurteil!

Soziales Auftreten

Man hört es immer wieder: Metalheads sind brutal, asozial, unzivilisiert und halten nichts von Moral und Regeln. Auf eine minimale Minderheit mag das vielleicht zutreffen, doch ob man es glaubt oder nicht: Gemeinschaftsgefühl wird in dieser Szene durchaus großgeschrieben.
Das bekannteste Beispiel, jedenfalls unter den Metallern selbst, wären typische Situationen auf Festivals. Zeugen und Videos vom „Summer Breeze“ (Open Air Festival in Dinkelsbühl) erinnern an einen Vorfall mit einem Rollstuhlfahrer, der wie selbstverständlich von mehreren Metallern mit samt Rollstuhl in die Luft gehoben wurde, um mit abzurocken. Ebenso existieren Berichte von Festivalgängern, dass in den sogenannten „Circlepits“ Hilfsbereitschaft an oberster Stelle steht. Kommt jemand nicht ganz mit, stürzt und/oder möchte erst gar nicht bzw. nicht mehr mitmachen, wird sofort gehandelt, in dem jeder stoppt und demjenigen geholfen wird, auszusteigen oder aufzustehen und gegebenenfalls weiter zu machen. Solche Zivilcourage erlebt man nicht überall.

Des Weiteren müssen sich Anhänger dieser Musik mit weiteren hirnrissigen Vorurteilen rumschlagen. Berüchtigt hier, in der Szene selbst, ist der Hass bzw. die keine Rücksichtnahme auf Veganer. Micha-El Goehre nimmt sich das Thema im Stil des Poerty Slam vor und zeigt in seinem Video „Der Heavy Metal Veganer“, dass man als Metaller keineswegs rücksichtslos gegenüber Veganern ist und sogar selbst einer sein kann. Fleisch steht nicht bei allen an erster Stelle.

Die Klamottenwahl der Metalheads dagegen entspricht – ich gebe es zu – zum Großteil dem Klischee und besteht in den häufigsten Fällen aus einer schwarzen Hose mit vielen Taschen, dunklen Stiefeln oder Turnschuhen und einem Bandshirt. Dennoch ist das bei Weitem nicht überall Standard. Es gibt eine Vielzahl an Menschen, die Metal hören und sich mit farbenfrohen und oftmals auch hellen Klamotten nicht direkt von der Masse abheben. Nichtsdestotrotz sind die allseits bekannten, langen Haare bei knapp der Hälfte aller männlichen Metaller nicht gegeben und auch die „Frauenquote“ nimmt in der Szene immer mehr zu.

Es ist nicht alles dasselbe!

Neben dem bekannten Obertitel „Heavy Metal“ existieren Richtungen, die diese absurden Vorurteile den Gar ausmachen. Ein wichtiges Beispiel wäre dort „Symphonic Metal“: Ein musikalisches Crossover aus klassischer Musik und den rockigen Riffs des Metal. Ebenfalls wichtig zu erwähnen sind „Folk Metal“ und „Viking Metal“. Meine persönlichen Highlights dieser Richtungen sind unter anderem Nightwish, Epica, Eluveitie, Subway to Sally und Amon Amarth. Je nach Textorientierung oder Instrumentenwahl kann man unter mehr als 20 Subgenres unterscheiden.

Stilarten

Mit einem kurzen Blick auf die Historie bestimmter Bands kann man die Ignoranz dem Metal gegenüber ausmerzen. Es ist nichts falsch daran, zu sagen, dass diese Musik laut und brutal sein kann, solange man beachtet, dass es auch anders geht. Balladen beispielsweise kommen in so gut wie jedem Musikgenre vor – auch im weit unterschätzten Metal.
Das beste Beispiel hierfür ist unter anderem Metallica mit „Nothing Else Matters“, wobei man auch „The Sound of Silence“, welches von Disturbed gecovert wurde, nicht unbeachtet lassen sollte.

Gegen das „Argument“, Metaller seien Anhänger des Teufels, welches zweifelsohne vom „Black Metal“ herrührt, indem die satanistische Prägung leitend ist, steht der christliche Metal – der sogenannte „White Metal“. Diese Richtung beinhaltet in musikalischer Hinsicht alle dem Metal entsprechenden Eigenschaften, während sich die Texte solcher Bands über christliche Hintergründe definieren.

Es gibt keinerlei Gründe jemanden auszuschließen, nur, weil er eine andere Musikrichtung bevorzugt, ein weitaus anderes Essverhalten an den Tag legt oder andere Kleidung trägt.
Wir sind auch nur Menschen … Menschen mit anderen Interessen, aber wir sind nicht anders als Ihr!

 

K.J.R

 

• Textquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Metal
https://www.youtube.com/watch?v=bF9c7zpLLGA
+ persönliche Erfahrungen

• Bildquellen:

Titelbild: https://www.mixcloud.com/Radio_Emergente/radio-emergente-07-11-2017-maloik/
Circlepit: http://www.invisibleoranges.com/circle-pits/
Timeline: https://disturbedkorea.deviantart.com/art/Heavy-Metal-Timeline-001-525922082

Categories: Allgemein, Musik

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