1888: Der Alltag war geprägt durch Kriminalität und Armut. Doch das 19. Jahrhundert ist besonders durch ein ganz bestimmtes Ereignis geprägt worden. Dabei handelt es sich um den bis heute berühmten, skrupellosen Serienkiller namens Jack the Ripper, auch bekannt als Pseudonym, dessen wahre Identität bis dato noch nicht aufgedeckt wurde.

Im Herbst 1888, in Whitechapel, trieb der berüchtigte Serienkiller Jack the Ripper sein Unwesen. Dieser hatte es vor allem auf Prostituierte abgesehen, wodurch 5 Frauen, die in dieser „Branche“ tätig waren, ihm auf brutalste Weise zum Opfer fielen.

Er wurde schnell durch die Art und Weise seiner Morde bekannt, da sie unverwechselbar waren. Allen Opfern wurde die Kehle aufgeschnitten und im Bereich des Unterleibs wurden den Opfern Schnitte zugefügt, um deren Gedärme freizulegen. Es gab bei diesen fünf Morden nur eine Ausnahme, bei dieser Frau wurde nur die Kehle aufgeschlitzt, jedoch keine weiteren Verstümmelungen durchgeführt.

 

Ermittlungen

Das East End mit Whitechapel, im Besonderen die Gegend um die Dorset Street, war das schlimmste Pflaster in ganz London. Hier wurden die meisten Verbrechen begangen, wozu Raub, Vergewaltigung und Mord an der Tagesordnung standen. Die Polizei konnte zu diesen Zeiten nicht mehr gegen das Verbrechen beitragen, als nächtliche Streifen loszuschicken. Allerdings waren diese mit nichts weiter als einer Lampe, einer Trillerpfeife und einem Knüppel ausgestattet.

Verfolgungsjagden gingen meist ohne Erfolg aus, da zur damaligen Zeit die Türen der meisten Häuser nicht verschlossen waren und es somit ein leichtes war als Verbrecher in einen Hinterhof zu gelangen und von dort aus weiter zu flüchten. Im Jahre 1888 war die kriminalistische Aufklärung noch lange nicht soweit wie heute. Daher blieben viele Fälle in diesem Jahrhundert unaufgeklärt. Beweisfotos waren nur in schwarz/weiß möglich und die Qualität lies zu wünschen übrig. Man musste die Opfer sogar gegen eine Wand lehnen, um eine Totalaufnahme des Körpers zu erhalten. Fingerabdrücke konnte man zu seiner Zeit noch nicht ermitteln, es gab zwar Briefe, in denen das ermitteln von Fingerabdrücken aufgeführt worden waren, wurden aber von den Ermittlern ignoriert. Die Tätigkeiten eines Polizisten waren damals nicht mehr als die Sicherung des Tatorts und das Verhören von Zeugen. Das Anfertigen von Tatortskizzen und das Schreiben eines Berichts zählten ebenfalls dazu. Die angeführte Leitperson im Falle Jack the Ripper war Inspektor Abberline der, durch seine Auskünfte an die Presse, an Berühmtheit erlangte. Tatsächlich waren allerdings viele andere Ermittler an dem Fall beteiligt. Es kamen mehrere Männer als Verdächtige in Frage, dazu zählten z.B. Montague Druitt, Michael Ostrog, Francis Tumblety, James Maybrick, Joseph Barnett und Frederick Bailey Deeming. Die Ermittler haben in diesen Zeiten nie in Erwägung gezogen, dass auch eine Frau die Täterin gewesen sein könnte.

Täterprofil

Der Leiter der Abteilung für Verbrechensaufklärung bei Scotland Yard, war Robert Anderson, der sich Ende Oktober 1888 Gedanken darübermachte, ob Jack the Ripper chirurgische und anatomische Fähigkeiten haben musste, um Organe freilegen und entnehmen zu können. Hierzu befragte er den Chirurgen Thomas Bond, der auch das erste bekannte Täterprofil des Mörders anfertigte. Der Chirurg untersuchte alle 5 Todesopfer und ging davon aus, dass der Täter keine Fachkenntnisse eines Chirurgen, noch eines Schlachters gehabt haben muss. Er denkt, dass der Täter ein Einzelgänger gewesen ist mit zeitweisen Ausbrüchen von zerstörerischem und sexuellem Wahn. Anhand der Art der Verstümmelungen stellte er fest, dass von einem abnormen Sexualtrieb auszugehen war. Thomas Bond kam zu dem Entschluss, dass sich der zerstörerische Antrieb des Mörders aus einem rachsüchtigen oder grüblerischen Geisteszustand entwickelt habe. Es könnte allerdings auch ein religiöser Wahn ein Auslöser dafür gewesen sein. Allerdings konnte ein sexueller Kontakt mit den Opfern nie nachgewiesen werden. Einige Psychologen gehen allerdings davon aus, dass das Erstechen der Opfer und das zur Schau stellen der Leichen in sexuell erniedrigenden Posen dem Täter ein sexuelles Vergnügen bereitet haben könnte. Andere halten dies hingegen für unhaltbare Spekulationen.

Eine von vielen Theorien

Der Autor John Morris wollte herausfinden, wieso Jack the Ripper nie gefasst wurde. Seine Theorie dazu ist, dass der Täter eine Frau war. Er schrieb sogar ein Buch mit dem Namen „Jack the Ripper: The Hand of a Woman“. In dem Buch legt der Autor dar, dass keines der Opfer sexuell missbraucht wurde. Auch an den Tatorten wurden Kleidungsstücke einer Frau gefunden, die nicht den Opfern gehörten. Morris ist sich sicher, dass die Täterin Elizabeth Williams, die Frau eines Gynäkologen war, weil sie keine Kinder bekommen konnte. Doch das ist nur eine von vielen Theorien zu Jack the Ripper.

Wer der wahre Mörder war, wird sich wohl nie herausstellen, dennoch hat er es geschafft, bis heute nicht in Vergessenheit geraten zu sein.

M. Aydin

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