Hast Du heute auch wieder vor einem prallgefüllten Kleiderschrank gestanden und dich gefragt, was Du anziehen sollst? Mitunter eine schwierige Aufgabe, die wir jeden Tag meistern. Jeder Mensch hat nämlich seinen eigenen Modegeschmack, daher ist es wichtig, dass es Designer für verschiedene Stilrichtungen gibt.

Du bist an Mode interessiert und hast ein Gespür für Trends, weißt aber nicht was du damit machen sollst? In diesem Blogbeitrag stelle ich, Patricia Kuffner, Euch mal eine Möglichkeit vor, im Mode-Bereich Fuß zu fassen. Die Designerin Isabell Ferl (23 Jahre) studiert auf der LDT Nagold (Fachakademie für Textil und Schuhe nähe Stuttgart) Textilbetriebswirt Textileinzelhandels BTE (Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels).

Isabell Ferl ist Designerin und macht auf der LTD Nagold den Betriebswirt BTE. (Fotos: Isabell Ferl)

Patricia Kuffner: Wieso hast Du diesen Beruf ausgewählt?
Isabell Ferl: Schon als kleines Kind gab es mit meiner Mutter jeden Morgen das gleiche Theater. Ich wollte nicht das anziehen, was sie mir rausgelegt hatte, sondern das, was ich wollte. Irgendwann hat sie nicht mehr dagegen angekämpft und ich konnte anziehen, was ich wollte. Das hat sie die Jahre so durchgezogen, ich habe immer das getragen bzw gekauft, was ich für schön empfand und nicht was gerade Trend war oder meiner Mutter gefallen hat. Als dann mein Realschulabschluss näher rückte, stand für mich schon lange fest, dass ich designen möchte, unbedingt Mode. Es ist einfach die Mischung aus Kreativität und Wissen, das was mich so anspricht. Doch für ein Modedesign-Studium war ich zu jung und hatte auch nicht den entsprechenden Abschluss. Für mich gab es aber kein Plan B und so habe ich mich mit 16 Jahren auf der Kerschensteinerschule in Stuttgart beworben. Das ist so eine Art Modedesign-Ausbildung auf einem Berufskolleg. 3 Jahre lang nur in der Schule. Wir hatten einmal in der Woche 8 Stunden nähen, da erlernte ich mein Schneiderhandwerk. Doch zum Nähen braucht man Schnitte und diese erlernte ich in Schnitttechnik. Ich erweiterte mein Können im Zeichnen wie zum Beispiel Aktzeichnen. Ich hatte aber auch warenkundliche Fächer wie Technologie oder Gestaltung.

Patricia Kuffner: Was macht dir daran Spaß?
Isabell Ferl: An diesem Beruf gibt es fast nichts, was keinen Spaß macht. Das Zeichnen am PC, das Experimentieren von Farben und Formen und dazu noch sein Vorstellungsvermögen einzubringen, ist spannend. Auf der technischen Zeichnung darf man keine Naht, keinen Knopf und so weiter vergessen. Der einzige Nachteil sind die Arbeitszeiten, Designer fangen eher später an und arbeiten dann meist bis in die Nacht hinein. Man bleibt solange bis es fertig gestellt ist, denn Zeit ist Geld! Das ist der Job und darum sollte man ihn wirklich lieben.

Patricia Kuffner: Was macht diesen Beruf besonders?
Isabell Ferl: So viele Leute wollen Designer werden, doch um wirklich groß raus zukommen, gehört viel Mut, Motivation und Kontakte dazu. Die Modebranche ist kein Zuckerschlecken, generell nicht. Es läuft viel über Kontakte ab und Kontakt halten ist das A und O. Die Modebranche ist so klein, das man sich immer zweimal über den Weg läuft.

Patricia Kuffner: Wie wird man Designer und welche Aussichten gibt es nach der Ausbildung?
Isabell Ferl: Es gibt den Beruf sowohl als Ausbildung, als auch als Studium. Nach meiner Ausbildung, als ich 18 war, standen viele Bereiche zur Auswahl, wie zum Beispiel Design, Schnitt, Schneidern, in die Materialprüfung, eigentlich in alle kreativen Bereiche eines Unternehmens, die nicht viel mit Zahlen zu tun haben, doch wohin? Ich hatte noch keine Berufserfahrung wollte dennoch unbedingt ins Design. Erst habe ich nichts bekommen und war erstmal im Verkauf bei dem Modehaus Breuninger um nicht nur die Kunden, sondern auch das Warenwissen zu vertiefen und anzuwenden. Es hat mir viel geholfen, zu verstehen wie Kunden denken und darauf kommt es letztendlich auch im Design an, denn was bringt es dir die tollsten Sachen zu designen, aber keiner nimmt es dir ab.
Patricia Kuffner: Welche Voraussetzung werden für den Beruf benötigt?
Isabell Ferl: Die wichtigsten drei Voraussetzungen sind die Flexibilität, man muss Vorstellungsvermögen haben und technologisches Verständnis. Wenn man Designer/in werden will, muss man es wirklich wollen, große Designer befinden sich wie in einer anderen Welt.

Patricia Kuffner: Woher nimmst du die Inspiration?
Isabell Ferl: Inspiration nimmt man überall mit. Sei es aus dem Urlaub in anderen Ländern, Traditionen, Kulturen, oder bei Storechecks, Leute auf der Straße zum Beispiel in Metropolen anschauen, einfach in den Central Park setzten und sie beobachten.

Patricia Kuffner: Welche Arbeitsschritte sind bis zum entworfenen Kleidungsstück nötig?
Isabell Ferl: Als erstes muss man „trendresearch“ betreiben, also auf Messen gehen wie zum Beispiel die Stoffmessen „munic fabric“ Start (München), „premüre Vision“ (Paris), „mada“ (Mailand). Aus nächstes sind „Storechecks“ in den Metropolen Mailand, New York, Amsterdam, Paris, London usw. dran und Bücher anschauen (view), Blogs anschauen und so weiter. Dann erstellt man das „moodboard“ (Stimmungsbild). Man legt die ersten Schnitte, Formen, Farben, Bilder die einen zu einem Thema inspirieren, fest. Man entwirft die passenden Schnitte zum Kollektionsthema, Zeichnungen, Fotos, Artikel von anderen Firmen kopieren bzw. Details raussuchen. Dabei müssen technische Zeichnungen in z. B. CAD (Zeichenprogramm) angelegt werden, aber es gibt noch viele andere Programme, wie zum Beispiel „vidya“. Dieses Programm zeigt die Simulation eines Menschen, dem man die Zeichnung anziehen kann und wenn sich der Mensch bewegt, sieht man wie das Kleidungsstück fällt oder sitzt. Es werden Vorschläge gebracht von den Designern, der Chefdesigner/in segnet es ab. Man schaut auch, was das Jahr davor gut gelaufen ist und was nicht (Renner/Penner-Liste). Daran orientiert man sich. Die Gradierabteilung erstellt dann den Größensatz für das Kleidungsstück, also zum Beispiel Größensätze von 34 bis 44.

Patricia Kuffner: Wieso würdest du jemandem empfehlen diesen Beruf zu erlernen?
Isabell Ferl: Dass mit dem Lernen ist so eine Sache, der eine hat das Gespür für Mode und Lifestyle, der andere weniger. Man kann das Wissen von Ware und dem ganzen Aufbau, oder das Schneidern, oder Zeichnen erlernen. Aber ich glaube nicht, dass man das Gefühl und Gespür für einen Trend oder einem Stil erlernen kann. Das machen viele Designer auch heute nur noch an zahlen fest, lief das und das gut, greifen wir das in der kommenden Kollektion auch wieder auf.

Hier zu sehen sind Scribbles, also Entwürfe für die Kleidungsstücke.

Patricia Kuffner: Was machst du jetzt?
Isabell Ferl: Nach dem Job bei Breuninger war ich bei More&More in der Designabteilung in Starnberg. Endlich war es soweit. Es war stressig und anstrengend, ich konnte direkt mit anpacken Kleidung zu zeichnen. Doch es war nicht wie ich es mir immer vorgestellt habe, keine Scribbles (Zeichnungen) sondern komplett am PC über Zeichnenprogramme bearbeitet. Ich erstellte „Moodboards“ für die kommenden Trends und so weiter. Nach meinem Praktikum entschloss ich mich diesen Bereich zu verlassen, die Vorstellung von einer Designerin ist nach und nach verflogen. Mir fehlte es zu denken, rechnen, planen und organisieren. So entschloss ich mich, erst einmal für sechs Wochen nach Südafrika zu reisen. Danach und somit auch bis heute bin auf der LDT in Nagold um ein wirtschaftliches und rechnerisches Wissen aufzubauen. Danach würde ich gerne ins Produktmanagement. Diese koordiniert das Design (Kreativbereich) und den Vertrieb (Verkauf). Somit habe ich all das, was ich mir vorstellte, die Mischung aus Kreativem und Zahlen.

Nun habt ihr einen Einblick in den Job des Designers erhalten. Neugierig geworden? Mehr Informationen findet Ihr unter www.berufenet.arbeitsagentur.de.

Patricia Kuffner

Categories: Allgemein, Beruf

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