Du bist an Mode interessiert, weißt aber nicht was du machen sollst? In der Modewelt braucht man aber nicht nur die Käufer, sondern auch welche, die die Kleidung verkaufen. Die Ausbildung zum/zur Einzelhandeskaufmann/ -frau bietet eine interessante Perspektive.

Katharina Benedikt (22 Jahre) arbeitet als Einzelhandelskauffrau beim Männermodehaus Hirmer, und Florian Kuffner (24 Jahre), angehender Textilbetriebswirt BTE (Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels) berichten über ihre Werdegänge.

Benedikt_Portrait

Einzelhandelskauffrau Katharina Benedikt arbeitet bei dem Männermodehaus Hirmer. (Fotos: Patricia Kuffner)

Patricia Kuffner: Wie bist Du dazu gekommen?
Katharina Benedikt: Ich habe nach Praktikas beziehungsweiße Ferienjobs gemerkt, dass mir Mode verkaufen und anbieten total Spaß macht.

Patricia Kuffner: Was genau macht dir an den Beruf Spaß und wieso hast Du diesen Beruf ausgewählt?
Katharina Benedikt: Der Beruf ist total abwechslungsreich, jeder Tag ist anders, man weiß nie genau was auf einen zukommt, denn jeder Kunde ist anders. Man hat viel Freiraum, kann seinen Geschmack einsetzen. Kunden kann man glücklich machen und ich finde die einzelnen Beschaffenheiten der Stoffe total faszinierend.

Patricia Kuffner: Was macht diesen Beruf besonders?
Katharina Benedikt: Es ist ein total abwechslungsreicher Beruf, indem man alle Menschentypen kennen lernt. Man hat mit nationalen wie auch internationalen Kunden zu tun. Seinen eigenen Geschmack kann man in das Verkaufsgespräch mit einbringen und Kunden „gut aussehen lassen. In Bewegung ist man immer und sitzt nicht den ganzen Tag am Schreibtisch.

Patricia Kuffner: Welche Voraussetzungen werden für den Beruf benötigt?
Katharina Benedikt: Man muss kundenorientiert sein, außerdem kontaktfreudig, offen, Spaß im Umgang mit Mode haben, gerne reden, kaufmännisch denken können und ein gutes Zahlenverständnis haben.

Patricia Kuffner: Braucht man eine Ausbildung zu diesem Beruf?
Katharina Benedikt: Es gibt die Möglichkeit zum Quereinstieg, allerdings sollten die Grundvoraussetzungen für den Beruf natürlich stimmen.

Patricia Kuffner: Wie ist ein normaler Tagesablauf?
Katharina Benedikt: Man muss in der Früh die Waren auffüllen und die Ware schön legen. Und auch kreativ mit Merchandise sein, das bedeutet man muss die Waren platzieren und dekorieren. Die Hauptarbeit an einem Tag liegt darin, die Kunden zu beraten, sich den Kunden anzubieten(Gastgeber sein), zu kassieren und die Ware dann in die Tüten einzupacken. Normalerweise gehört auch die Warenannahme, Warenlagerung und das Auszeichnen der Ware dazu, aber da haben wir bei Hirmer Mitarbeiter dafür.

Patricia Kuffner: Gab es einen Unterschied bei den Aufgaben in der Ausbildung und danach?
Katharina Benedikt: Ja total. Ich bin aber auch sehr schnell aufgestiegen und nur 2 Jahre nach meiner Ausbildung Shopleiterin geworden. Nun hab ich neben den normalen Verkaustätigkeiten noch ganz andere Aufgaben. Diese sind Werbungen organisieren, Personalpläne schreiben, Personalführung, -verantwortung und -weiterentwicklung, Ansprechpartner für alle Dinge im Personalwesen Allgemein, Warensteuerung, Einkauf der Kollektionen und vieles mehr.

Wenn man die Ausbildung abgeschlossen hat, kommt bei den meisten die Frage auf: Will ich in diesem Beruf weitermachen oder will ich mehr erreichen? Viele wählen dann den schritt der Weiterbildung. So auch Florian Kuffner.

Patricia Kuffner: Wieso hast Du weitergemacht?
Florian Kuffner: Nachdem ich im Sommer 2014 meine vierte Saison in der Gala- und Abendabteilung hinter mich gebracht hatte, war ich an dem Punkt abgekommen, mich mit meiner beruflichen Zukunft zu beschäftigen. Ich habe mir die Frage gestellt: „Was will ich in den nächsten 5 bis 10 Jahren erreichen?“ Mir war von Anfang an absolut klar, dass ich nicht bereit bin mein komplettes Berufsleben im Verkauf zu verbringen. Also habe ich begonnen mich zu informieren, welche Möglichkeiten es gibt. Ich habe festgestellt, dass von den Arbeitszeiten und Verdienstmöglichkeiten der „Wholesale“ (Großhandel) ein interessanter Arbeitsmarkt ist. Wie schafft man es also, vom „Retail“ (Einzelhandel) in den „Wholesale“ zu wechseln? Nachdem in Deutschland gefühlt die „Bacheloritis“ ausgebrochen ist und der Arbeitsmarkt mit Bachelor-Absolventen überschwemmt wird war mir schnell klar, dass es ohne Weiterbildung/Titel sehr schwer wird voranzukommen. Daher mein Ziel: Textilbetriebswirt BTE.

Florian Kuffner entschied sich auf der LTD Nagold den Betriebswirt BTE zu machen.

Patricia Kuffner: Welche Voraussetzungen werden zum Weitermachen benötigt?
Florian Kuffner: Die Voraussetzungen um in Nagold das Studium anzutreten, sind für fast jeden in der Branche erreichbar. Man benötigt eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Textilbranche oder Abitur und 1 Jahr Berufserfahrung in der Modebranche.

Patricia Kuffner: Wie stehen deine Chancen nach der Schule?
Florian Kuffner: Nach Nagold habe ich gute Chancen in der Industrie unterzukommen. Der Abschluss hat in der Branche einen hoch angesehenen Stellenwert. Man hat die Möglichkeit sich während des Studiums auf Handel oder Industrie zu spezialisieren.
Es besteht aber auch die Möglichkeit über ein weiteres Studium einen Bachelor zu erlangen und somit die Hochschulreife oder seit neustem direkt einen Masterstudiengang zu belegen

Wer Kontaktfreudig, sowie modeinteressiert ist und Spaß am Verkauf hat, für den könnte die Ausbildung das Richtige sein. Wer mehr erfahren mochte, findet ausführliche Informationen unter www. berufenet.arbeitsagentur.de.

„Der Mode entkommt man nicht. Denn wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“
– Karl Lagerfeld, deutscher Modedesigner –

Patricia Kuffner

Categories: Allgemein, Beruf

Leave a Reply