Hunde – die Lieblingshaustiere und die besten Freunde des Menschen. Doch wissen wir eigentlich immer was der Vierbeiner mit seinem bellen uns sagen möchte? Welche verschiedenen Facetten hat die Lautsprache der Hunde? Und was bedeutet sie?

„Tiere können nicht für sich selbst sprechen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als Menschen unsere Stimme für sie erheben und uns für SIE einsetzen.“ (von Gilian Anderson)

 

Und damit wir uns für SIE einsetzen können, muss man ihre Sprache deuten können. Genau wie wir Menschen benützen Hunde neben der körperlichen Kommunikation auch die Sprachliche. Und genau über diese verbale Kommunikation schreibe ich…

 

Die Lautsprache unterscheidet sich in drei Faktoren: Die Tonlage, Tondauer und Wiederholungsintensität.

Tiefe Töne, wie das Knurren haben meist drohende Bedeutung und sind ein Signal für Aggression. Hohe Töne wiederum, wie das Winseln haben genau gegenteilige Bedeutung. Diese hohen Töne werden auch zur Spielaufforderung von sich gegeben. Ist ein Hund ängstlich stellt er das Bellen oft vollständig ein.

 

Hunde bei der Jagd

Viele Hunde geben bei der Jagd nach Tieren oft hohe Töne von sich. Diese hohen Töne zeigen dem Jäger, wo sich der Hund momentan befindet. Durch Züchtungen wurde dieses verstärkt. Je länger der Hund Töne hält, desto sicherer ist er sich in seinem Signal und auf die darauffolgende Handlung. Knurrt ein Hund hingegen kurz, ist seine Drohung von Furcht begleitet. Er ist sich noch nicht ganz sicher. Je häufiger und schneller ein Hund bellt, umso dringender ist die Information die er mitteilen möchte.

 

Unterschiede beim Bellen:

das wachsame Bellen, das warnende Bellen, das alarmierende Bellen, Bellen zur Verteidigung, begrüßendes Bellen, korrigierendes Bellen, forderndes Bellen und unsicheres Bellen.

 

Wachsames Bellen

Das wachsame Bellen dient dazu, dass die anderen Rudelmitglieder vor Eindringlingen gewarnt werden.

Wenn der Hundehalter jetzt den Hund anschreit weil er von seinem Gebell genervt ist, fühlt sich der Hund bestätigt, da das Herrchen genauso aufgeregt ist wie er selbst.

Verbietet der Hundehalter dieses Verhalten, fühlt sich der Hund nicht ernst genommen, da er ja eine Gefahr bemerkt hat. Er wird daraufhin später selbst die territoriale Sicherung übernehmen. Der Mensch sollte diesem Signal entgegengehen und selbst schauen ob alles in Ordnung ist.

 

Warnendes Bellen

Wie der Name schon sagt dient das warnende Bellen zur Warnung. Ein warnendes Bellen erkennt man an einer schnellen Folge von drei bis vier Belllauten in mittlerer Tonlage mit Pausen dazwischen.

Kommt dies im Garten vor, weil gerade ein anderer Hund am Gartenzaun entlang läuft, sollte der Mensch alleine die vom Hund erkannte Gefahr anschauen und zum Zaun hingehen. Der Hund bleibt dabei auf der Terrasse auf Distanz sitzen. Das Herrchen übernimmt also die Führung des Rudels.

 

Alarmierendes Bellen

Die schnelle Folge von Belllauten in mittlerer Tonlage ist ein Signal für alarmierendes Bellen. Es alarmiert die anderen Rudelmitglieder, dass jemand gerade in ihr Revier eindringt.

Wenn der Hundehalter zuhause Besuch bekommt, sollte auch hier wieder der Mensch die Situation für den Hund klären, indem das Herrchen zuerst Kontakt mit dem Besucher aufnimmt.

Zeigt ein Hund alarmierendes Bellen an der Leine, wenn ein anderer Hund entgegen kommt, ist dies ein Zeichen dafür, dass dieser Hund unsicher ist.

Viele Hunde fühlen sich an der Leine eingeschränkt in ihrer Kommunikation. Sie können an der Leine nicht so mit anderen Hunden kommunizieren wie sie es ohne tun würden. Der Hund kann sich beispielsweise nicht abdrehen und in eine andere Richtung gehen um zu Signalisieren, dass er keinen Streit möchte.

 

Verteidigendes Bellen

Ein Hund der sich verteidigen möchte bellt langsam und anhaltend in tiefer Tonlage. Er fühlt sich in dieser Situation bedroht.

Ein Besucher sollte die Konfrontation mit diesem Hund nicht suchen, da der Hund verteidigungsbereit wäre. Auch darf man einen Hund in solch einer Gefühlslage niemals den Besucher als erstes begrüßen lassen, da die Gefahr für den Gast zu groß wäre angegriffen zu werden.

 

Begrüßendes Bellen

Das glatte Gegenteil ist das begrüßende Bellen.

Es folgt meist nach dem alarmierenden Bellen und setzt sich aus ein oder zwei scharfen, kurzen Belllauten in hoher oder mittlerer Tonlage zusammen. Das lange anhaltende Bellen ertönt meist solang bis die Begrüßung von der Menschenseite erfolgt.

 

Korrigierendes Bellen

Ein Hund der korrigierendes Bellen mit einem scharfen, kurzen Belllaut in mittlerer Tonlage zeigt, fühlt sich in der momentanen Situation gestört.

Diese Korrektur kann durch Fell ziehen oder ähnliche Berührungen ausgelöst werden.

 

Forderndes Bellen

Das fordernde Bellen ist durch einzelne scharfe kurze Laute im oberen Tonbereich gekennzeichnet. Mit dieser Verhaltensweise will der Hund den Menschen erziehen.

Er möchte einem damit zu verstehen geben, dass er eine Sache z.B. einen Ball sofort haben möchte. Befolgt der Mensch nun dieser Aufforderung, hat der Hund gewonnen und fühlt sich in seiner Einstellung bestätigt. Er hat soeben den Menschen erzogen.

Solch ein Bellen kann auf Dauer anstrengend sein und sollte deshalb ignoriert werden. Nur so lernt der Hund, dass sein Bellen nichts bringt. Dieses Verhalten zeigen Hunde auch unter Gleichgesinnten bei einer Spielaufforderung. Dabei legen sie sich in die Spielhaltung (Vorderkörper auf den Boden, Kopf und Hinterkörper hoch) manche springen auch vor und zurück um Energie rein zu bringen.

 

Unsicheres Bellen

Zu guter Letzt gibt es in der verbalen Kommunikation auch das unsichere Bellen. Es ist gekennzeichnet durch eine schnelle Aufeinanderfolge von hohen Belllauten.

Der Hund möchte das, was ihm Angst macht durch sein Bellen vertreiben und Abstand halten. Er ist in so einer Situation stark überfordert.

 

Hier nochmal alles in einem Überblick:

Belllaute

Bellarten

Schnelle Folge von drei bis vier Bellauten in mittlerer Tonlage mit Pausen

Warnende Bellen

Schnelle Folge in mittlerer Tonlage

Alarmierende Bellen

bellt langsam und anhaltend in tiefer Tonlage

Verteidigendes Bellen

ein oder zwei scharfen, kurzen Belllauten in hoher oder mittlerer Tonlage

Begrüßende Bellen, folgt meist nach dem alarmierende Bellen

Ein scharfer, kurzer Belllaut in mittlerer Tonlage

Korrigierendes Bellen

einzelne scharfe kurze Laute im oberen Tonbereich

Forderndes Bellen

schnelle Aufeinanderfolge von hohen Belllauten

Unsicheres Bellen

 

Stimmt nun also das Zitat: „Hunde die Bellen beißen nicht“?

Wenn man den Satz genau nimmt stimmt das Zitat. Hunde die gerade bellen beißen nicht. Aber was nach dem bellen passiert, kann nur derjenige einschätzen, der die Bedeutung der verbalen Sprache sowie die Körperhaltung der Hunde erkennt und deuten kann.

Und das aller wichtigste: Es kommt immer auf die komplette Situation drauf an!

 

„Die Sprache des Menschen dient dazu, Gefühle auszudrücken, vorzutäuschen oder zu verbergen.
Die Sprache des Hundes kennt keine Lüge.“

(unbekannt)

 

 Alisa N.

 

Quelle: Informationen aus dem Buch „Sprachkurs Hund mit Martin Rütter“

Categories: Allgemein, Tiere

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