Mondphasen, Tierkreis, Horoskop, Mondkalender und Ekliptik. Was steckt hinter all den Begriffen rund um unsere Sternzeichen und wie hängen sie zusammen? Hier findet man die nötigen Informationen, um in Sachen Astrologie mal so richtig den sternenklaren Durchblick zu bekommen.

 

Wer kennt es nicht? Man sitzt mal wieder bei irgendeinem Facharzt und langweilt sich im Wartezimmer zu Tode. Was tut der Mensch? Er greift zu einer der der herumliegenden Zeitungen oder Zeitschriften und fängt an die Zeit zu überbrücken. Dabei stößt jeder Früher oder Später auf das Horoskop. Und wie die Neugierde des Menschen nach dem Unbekannten so will, liest man es. „Ich bin Jungfrau, da der Mond heute im Widder steht bin ich voller Tatendrang.“ Nun soll dieser kleine Abschnitt voraussagen, wie dein Tag, deine Woche oder sogar dein ganzes Jahr werden soll. Aber woher weiß man das? Und wie hängt es mit seinem Sternzeichen zusammen? Die Antwort auf diese Fragen lautet: Der Himmel hat es gezeigt und Astrologen haben es interpretiert und aufgeschrieben.

 

Doch da stellt sich die Frage: Wieso gibt es Astrologie?

Die Astrologie ist eine Wissenschaft, die vor vielen tausenden Jahren ihren Ursprung hat. Tierknochen mit Einkerbungen belegen das auf jeden Fall schon 15.000 Jahre vor Christus der Sternenhimmel beobachtet wurde und daraus die Mondphasen abgelesen worden sind. Die ersten Ackerbausysteme wurden anhand dieser Phasen entwickelt und sind noch heute in alten Bauernsprichwörtern zu finden. 

Allerdings wurde der Nachthimmel als Zeichen noch vieler anderer Ereignisse gedeutet. Dabei setzten die Menschen Ihren Fokus vor allem auf Planetenbewegungen und Mondfinsternissen. So wurden Kriege oder auch Wohlstandsphasen vorausgesagt.

Das wichtigste an der Beobachtung des Mondes ist jedoch, dass anhand von den Mondphasen, Ebbe und Flut die Zeiteinteilung geschaffen wurde. Und dies ist unabdingbar für die Erstellung eines Horoskops, denn dafür braucht man einen genau bestimmbaren Anfangszeitpunkt.

 

Aufzeichnungen und mathematische Berechnungen

 

Definition Astrologie

Astrologie, ein Wort unter dem man sich schnell etwas vorstellen kann, wenn man dessen Herkunft betrachtet. „astron“ bedeutet Stern und das angesetzte „logos“ so viel wie das höhere Verständnis einer Wissenschaft. Folglich das höhere Verständnis der Wissenschaft um die Sterne.

Aber halt, tut das nicht Astronomie? Die Antwort lautet ja. Während Astronomie sich mit den mathematischen Berechnungen von Sternen und Mondphasen beschäftigt, ist Astrologie eher die philosophische Interpretation der Sterne. Das bedeutet das ein Astrologe beinahe zwangsläufig auch ein Astronom ist. 

 

Der Tierkreis

Der Tierkreis umfasst zwölf Abschnitte denen jeweils ein Tierkreiszeichen (= sogenanntes Sternzeichen) zugeordnet werden kann. Jeder Abschnitt oder eben jedes Tierkreiszeichen umfasst 30 Grad. Am besten sollte man sich eine Uhr vorstellen. Da diese rund ist beträgt der gesamte Innenwinkel 360 Grad. Da es 12 Abschnitte gibt, erhält jedes zu gleichen Teilen 30 Grad. Der Tierkreis beginnt bei null Grad am 21.März im Widder und endet bei 360 Grad am 20.März in den Fischen (in einem Schaltjahr verschieben sich die Tage um einen nach vorne). Ein Grad entspricht etwa einem Tag. Wenn also jemand sagt: „Ich bin Steinbock!“, meint diese Person, dass sie in einem der 30 Grade geboren wurde, indem der Tierkreisabschnitt im Steinbock stand. 

Das Tierkreiszeichen bietet einen Entfaltungsrahmen, indem jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er sich damit als positiv oder negativ darstellt. Denn letztendlich ist es der freie Wille des Menschen seine Talente und Charakterzüge zu akzeptieren und das Bestmögliche auszuschöpfen, oder aber von seinem Schicksal überrannt zu werden, sich dagegen zu wehren und unglücklich zu sein.

 

Tierkreisuhr

Horoskop vs. Mondkalender

Das Wort Horoskop kommt aus dem griechischen und lateinischen und bedeutet Stundenschau. Diese liegt der Ekliptik und nicht den Sternbildern zugrunde. Die Sternbilder befinden sich viel zu weit von der Erde entfernt, als dass sie einen Einfluss nehmen könnten. Die Ekliptik dagegen befindet sich dagegen relativ nah. Sie beschreibt das Band der Sonne, dass diese von der Erde aus gesehen, um uns wickelt.

Dieses Band ist es auch, dass man in vielen bildhaften Darstellungen findet. Bei ebendiesen gleitet die Spitze eines Sonnenzeigers über das meist als Kordel dargestellte Band.

 

Nun wird mit der Geburt eines Menschen, das Tierkreiszeichen bestimmt. Dieses wird standardmäßig nach der normalen Zeitrechnung benannt (Grade 0 bis 360). Daraus lässt sich später durch die Mondphasen das Horoskop errechnen.

Nun kann man sein Horoskop lesen und man interpretiert etwas gutes oder schlechtes hinein. Aber tatsächlich wertet Astrologie nicht. Es gibt in diesem Sinn keine negativen oder positiven Horoskope. Im Großen und Ganzen zeigt es Aufgaben, die wir nach unserer Veranlagung leichter bewältigen können, oder diese die uns eventuell schwerer fallen. Um auf die Wortbedeutung zurück zu kommen: Ein Horoskop schaut in die Stunde, und überträgt die gegeben Rahmenumstände des Möglichen auf den Menschen.

Die Mondeinflüsse, die Tag täglich auf die Erde wirken, kann man in einem Mondkalender einsehen.  Dabei wird zumeist auf Umstände, die den Haushalt, die Gesundheit oder auch die Landwirtschaft betreffen, geachtet. Allerdings ergibt sich aus dem Mondstand auch der Aszendent. Der Aszendent ist so gesehen ein zweites Sternzeichen, das den Mond mitberücksichtigt und die Charakterisierung eines Menschen nochmals mehr spezifiziert. Dabei wird nicht nur der Geburtstag, sondern auch der Geburtsort und die Geburtszeit beachtet.

Zusammenfassend werden im Horoskop die Zeichen in der Sonne und im Mondkalender die Zeichen im Mond betrachtet. Daher ergibt sich auch das Sternzeichen, welches sich nach der auf die Sonne bezogene Ekliptik richtet und den Aszendenten, der sich nach dem Orts- und Uhrzeit genauen Mondstand richtet.

 

Die Sternzeichen im Überblick

Jedem Sternzeichen ist ein Zeitraum zuzuordnen, der sich Jahr für Jahr wiederholt. Dazu steht mit jedem Zeichen ein Element und eine Geschlechtsbezeichnung (die Geschlechtsbezeichnung des Sternzeichens hat natürlich nichts mit dem Geschlecht einer Person dieses Zeichens zu tun). Die Geschlechtsbezeichnung deutet eher darauf hin, ob jemand eher aktive Umsetzungen vornimmt, oder eher rezeptiv, also ein Kopf-Typ ist.

Da jedes Tierkreiszeichen überaus vielfältig ist und man zu jedem einen ganzen Roman schreiben könnte, ist hier nun ein winzig kleiner Überblick. Bei näherem Interesse kann ich das Buch empfehlen, dass ich zuletzt als Gedankenanregung als Quelle angegeben habe.

 

Widder: 0 – 30 Grad; vom 21. März bis zum 20. April; männlich-aktiv; Element: Feuer

Stier: 30 – 60 Grad; vom 21. April bis 21. Mai; weiblich-rezeptiv; Element: Erde

Zwillinge: 60 – 90 Grad; vom 22. Mai bis 21. Juni; männlich-aktiv; Element: Luft

Krebs: 90 – 120 Grad; vom 22. Juni bis 22. Juli; weiblich-rezeptiv: Element: Wasser

Löwe: 120 – 150 Grad; 23. Juli bis 22. August; männlich-aktiv; Element: Feuer

Jungfrau: 150 – 180 Grad; 23. August bis 23. September; weiblich-rezeptiv; Element: Erde

Waage: 180 – 210 Grad; 24. September bis 23. Oktober; männlich-aktiv; Element: Luft

Skorpion: 210 – 240 Grad; 24. Oktober bis 22. November; weiblich-rezeptiv; Element: Wasser

Schütze: 240 – 270 Grad; 23. November bis 21. Dezember; männlich-aktiv; Element: Feuer

Steinbock: 270 – 300 Grad; 22. Dezember bis 20. Januar; weiblich-rezeptiv; Element: Erde

Wassermann: 300 – 330 Grad; 21. Januar bis 19. Februar; männlich-aktiv; Element: Luft

Fische: 330 – 360 Grad; 20. Februar bis 20. März; weiblich-rezeptiv: Element: Wasser

 

Die Sternzeichen offenbaren einen kleinen Teil von sich selbst, den jeder in seine ganz eigene Bahn ziehen kann. Und wenn man nun sein Horoskop liest, um sich einen kleinen Überblick über die Tagessituation zu verschaffen, sollte man immer daran denken: Es gibt rund 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt und jeder gehört einem der zwölf Tierkreiszeichen an, also ist das Horoskop nur eine Anregung zur Selbstinterpretation, die der Tierkreis bietet. Jedem ist es letztlich freigestellt über sein Sternzeichen zu philosophieren. Nachdem man sich nun ein bisschen mit dem Thema Astrologie und des verschiedenen Zusammenspieles von Sonne, Mond und Sternen befasst hat schaut man sich sein Horoskop beim nächsten Arztbesuch vielleicht ein bisschen genauer an.

            M.J.Steiner

 

Gedankenanregungen durch: Brigitte Hamann, Die Zwölf Archetypen, Tierkreiszeichen und Persönlichkeitsstruktur; Knaur Taschenbuch, Neuausgabe 2011

Categories: Allgemein, Bildung, Kultur

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