Zwei blaue Häkchen, ein kleiner roter Hinweis an der Messenger-App oder das unaufhörliche Summen des Smartphones auf dem Tisch – Signale die jeder kennt. Auch die Bedeutung ist sofort bewusst: Eine Nachricht ist eingegangen. Schnell, direkt und mit Rechtschreibfehlern. Instant Messenger auf Smartphones ermöglichen heutzutage eine unkomplizierte Kommunikation.

Diese neue Art der Kommunikation ist Teil der Informationsgesellschaft der Gegenwart. Der rapide digitale Wandel findet in der Frage, wie wir untereinander kommunizieren keinen Halt und bietet pausenlos neue Wege zur Verbreitung von Information. Es folgt Innovation auf Innovation, ein Ende ist nicht in Sicht.

Gute Gründe für das älteste Kommunikationsmittel des Internets
An diesem Punkt muss ein Blick auf das bisher größte digitale Kommunikationsmittel geworfen werden, welches heute von 92% der Internetnutzer genutzt und trotzdem regelmäßig für tot erklärt wird: die E-Mail.

Die Erfindung der E-Mail wird dem US-amerikanischen Informatiker Ray Tomlinson zugeschrieben. Bereits 1971 schrieb der Computertechniker seinen Arbeitskollegen die ersten E-Mails. Dass seine Erfindung die weltweite Kommunikation fortan entscheidend prägen wird, ahnte Tomlinson damals bei weitem nicht. Dennoch hat sie den Sprung aus den Rechenzentren und Hochschulen geschafft und so ihren Teil zur Globalisierung beigetragen. Die E-Mail wurde ein fester, zuverlässiger Bestandteil des Arbeitsalltags und der privaten Kommunikation.

Quelle: deathtothestockphoto.com

Mit wachsender Popularität und steigender Nutzerzahl mehrten sich jedoch auch die Herausforderungen. Eine aufkommende Flut von Spam-Mails stellte ein erstes Problem für die Nutzung der E-Mail dar. Diese verseuchten die Postfächer von ahnungslosen Nutzern und sorgten für viel Verärgerung. Der Ruf der nützlichen E-Mail war angekratzt. Das Vertrauen in die Technik sank. Immer mehr Nutzer distanzierten sich von dem Kommunikationsmittel. In dieser Zeit sahen Kritiker bereits das Ende der E-Mail herbei – und sollten dennoch mit ihrer Einschätzung daneben liegen.

Direkt nach dem Rückgang der störenden Spam-Mails folgte schon die zweite große Herausforderung: Mit der Entwicklung des Web 2.0 erklärten Experten erneut der E-Mail ihren Tod. Es stellte sich die Frage, wieso man per elektronischer Post kommunizieren soll, wenn das Internet doch immer interaktiver wird. Die Veröffentlichung von Inhalten an eine breite Leserschaft, beispielsweise mit einem Wiki oder einem eigenen Blog, erfreute sich steigender Beliebtheit und ließ die E-Mail wortwörtlich alt aussehen.

Mit dem Aufkommen von Social Media wurde die E-Mail auch noch in ihren Kernaufgaben beschnitten. Herrscher über das Versenden von Nachrichten sowie Dateien waren von nun an die sozialen Netzwerke, welche ihren Ursprung im Web 2.0 fanden. Allen voran die Instant-Messenger Dienste ermöglichen eine schnelle Echtzeitkommunikation und versprachen der E-Mail den finalen Todesstoß.

Doch weit gefehlt. Seit nun schon 45 Jahren steht das älteste Kommunikationsmittel, welches das Internet hervorgebracht hat, immer wieder Herausforderungen gegenüber und findet stets seine Berechtigung wieder.

Solange Instant-Messenger von Datenschützern massiv kritisiert werden und die sozialen Netzwerke weiterhin den Fokus im Privatleben genießen, wird es in Büros keine Alternative geben. Vor allem nicht in der Kommunikation von bedeutsamen digitalen Unterlagen. Teenager legen zwar auf die Nutzung von E-Mails noch keinen Wert, aber mit steigenden Verpflichtungen wird auch bei Ihnen die Bedeutung der E-Mail steigen.

Die E-Mail ist nicht tot – lang lebe die E-Mail
Dementsprechend sieht die Zukunft der E-Mail vielversprechend aus. Im Rahmen der Digitalisierung von jeglichen Prozessen wird sich auch die E-Mail-Nutzung weiterentwickeln. Das Schlüsselwort der digitalen Zukunft, und somit auch der E-Mail lautet: Automatisierung.

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Bereits heute ist festzustellen, dass beispielsweise der Posteingang intelligenter wird. Dem Nutzer wird so der Umgang mit seinen E-Mails um einiges erleichtert. Während vor wenigen Jahren nur zwischen Spam und seriösen Nachrichten unterschieden wurde, können heute die eingegangenen E-Mails von den Programmen selbständig verwaltet werden.

In Form eines kleinen privaten Sekretärs wird zukünftig aus der Mail-App im Smartphone das persönliche digitale Büro für die Hosentasche. Die Tage von überfüllten Posteingängen werden dank lernender Algorithmen vorbei sein. Die Priorisierung von eingehenden E-Mails, die Verknüpfung mit dem Kalender oder auch die automatisierte Speicherung von Dateien in der Cloud wird zum festen Bestandteil bei der Verwendung eines E-Mail-Dienstes.

Schon heute stehen der E-Mail innovative technische Möglichkeiten offen, welche ihren Standpunkt in der Arbeitswelt und bei der privaten Nutzung festigen werden. Auch zukünftig wird die E-Mail ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens bleiben. Die E-Mail ist noch lange nicht tot.

Fabian Schieren

Categories: Allgemein, Medien

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