Wann bringen wir sie zum Platzen?

Der Klimawandel – Folge einer aus dem Gleichgewicht geratenen Natur. Dass der Mensch durch Industrie und Fortschritt in das Zusammenspiel der Natur eingreift ist mittlerweile bekannt. Folgen sind das Ozonloch, globale Erwärmung und die vielen für uns nur langsam bemerkbaren Folgen wie häufige und starke Naturkatastrophen, Smog in Städten und daraus folgende gesundheitliche Schäden.
Meist ist in diesem Zusammenhang nur die Rede von Problemen bei der Müllentsorgungvon radioaktiven Stoffen, Plastikmaterial und Kohlenstoffen die in die Luft gejagt werden und somit Ihren Teil zur globalen Erwärmung beitragen. Doch auch die Ozeane leiden unter dem negativen Einfluss des Menschen. Leer gefischte Meere, Fischsterben und der Anstieg des Meeresspiegels lassen sich genauso auf unser verantwortungsloses Verhalten zurückführen wie das Artensterben im Regenwald und das Ozonloch.
Alles was wir Menschen produzieren muss irgendwie wieder entsorgt werden. Und was eignet sich dazu besser als der riesige Ozean, die größte „Müllhalde“ der Erde?

Zufuhr von Fremdstoffen
Ein gesundes Meer kann sich selbst reinigen und bietet jedem Meeresbewohner ausreichend Nahrung und Wohnraum. Alles läuft seinen gewohnten Lauf, solange sich das Meer im „ökologischen Gleichgewicht“ befindet. Sobald es aus diesem Gleichgewicht gerät entstehen unvorhersehbare Folgen…

Bei der Zuführung von Fremdstoffen wird unterschieden zwischen Giften, Ölen, Abfällen, Hormonen, Schwermetallen, Düngern, Abwasser, radioaktiven Stoffen, Säure und chlorierten Kohlenwasserstoffen. Jeder einzelne Stoff greift in das natürliche Kreislaufsystem ein und verändert dadurch das Zusammenspiel einzelner Komponenten im ökologischen Gleichgewicht.
Umweltgifte wie das in Afrika eingesetzte Insektenvernichtungsmittel DDT und allerlei Plastik, das im Meer schwimmt, kann vom Körper fast nicht abgebaut werden. Über pflanzliches Plankton gelangen Umweltgifte in unsere Nahrungskette. Von diesem Plankton wiederum ernährt sich tierisches Plankton, von welchem sich wiederum Fische ernähren usw. Am Ende der Nahrungskette steht der Mensch, der in Folge dessen große Mengen des Giftes über den Fisch aufnimmt. Welche Langzeitfolgen die übermäßige Menge an DDT in unserem Körper haben ist nicht bekannt. Nachgewiesen werden kann allerdings, dass Seehunde mit großen Mengen an DDT im Körper fortpflanzungsunfähig werden und viele Totgeburten haben. Folgende Grafik zeigt, wie sich Umweltgifte, wie DDT,im Körper anreichern können.

Nahrungskette
Einen anderen Effekt auf das ökologische Gleichgewicht haben Düngemittel und Abwasser.Eines von vielen Beispielen ist diebereits angesprochene Algenkatastrophe von 1988 in der Nordsee. Durch anthropogene Nährstoffzufuhr – Nitrate und Phosphate aus Wasch- und Düngemitteln  konnte sich die einzellige AlgenartChrysochromulinapolylepsis extrem vermehren. Sie bedeckte ganze Meerstraßen und produzierte als Abfallprodukt ihres Stoffwechsels einen Giftstoff, der die Durchlässigkeit der Zellmembranen in den Kiemen der Fische blockierte und ein Massensterben in der Fischwelt verursachte. Das Wasser hatte eine blau grüne Verfärbung, entwickelte einen fauligen Geruch und grau weiße Flocken schwammen als Folge eines Stoffwechselproduktes der Alge auf dem Meer. Bis in 12 Meter Tiefe verendete die gesamte Flora und Fauna.
Gleichzeitig produzierten Bakterien, die die großen Mengen an Algen und totem Fisch abbauten Massenhaft CO2 und vermehrten sich durch das Überangebot an Nahrung schlagartig.
Durch die übermäßige Bakterienanzahl und den Algenabbauprozess entstand Sauerstoffmangel im Meer. Abwasser das in die Meere geleitet wird verstärkt diesen Effekt zusätzlich, da das Abwasser durch Fäulnisprozesse Gase und weiteres CO2 ausstoßen.
Diese Faktoren führen dazu, dass Fische wegen Sauerstoffmangels in kältere Gewässer abwandern müssen und die Versauerung des Meeres weiter angetrieben wird. Der daraus resultierende niedrige PH Wert kann unter anderem Gehäuse von Schalentieren zersetzen und viele weitere unbekannte Schäden anrichten.

Globale Erwärmung
Auch die Temperaturerwärmung der Meere, verursacht durch den Klimawandel, bringen Meeresbewohner, sowie Menschen  in Gefahr.Mit der Erwärmung der Wassertemperatur dehnt sich das Wasser aus, Pole schmelzen, Fische wandern Richtung Pole, in kühleres Gewässer ab, während Pflanzenarten aufgrund der wärmeren Temperaturen ausgelöscht werden.Durch die warmen Temperaturen schmilzt das Eis in der Arktis und nehmen Robben, Eisbären und Pinguinen den Platz zum Leben. Laut kanadischen Wissenschaftlern ist die Robbensterblichkeit um 75% gestiegen. Die Eisdecke in der Arktis ist so dünn, dass viele Robbenbabys, wie auch Eisbärenbabys, die noch keine weiten Strecken schwimmen können,ertrinken. Zusätzlich gehen die Geburten von Eisbären stark zurück, da mit dem Rückgang der Robbenpopulation auch die Hauptnahrungsquelle für Eisbären verloren geht und die Eisbärenweibchen zu geringe Fettreserven für große Würfe haben.

Die (tickende) Wasserbombe - Eisbär
Durch wärmere Temperaturen in Gewässern kann sich, außerdem bisher gefrorenes Gashydrat, das sich am Meeresboden befindet auftauen und sich freisetzen. Das Gashydrat ist sogenanntes Eis – Methan – Gemisch und ist ein wahrer „Klimakiller“. Es trägt 20mal mehr zur Klimaerwärmung bei, als CO2. Es wird vermutet, dass allein in sibirischen Schelfmeerbereichen mehr als 540 Milliarden Tonnen Gashydrat Vorkommen lagern. Infolge des tauenden arktischen Bodens, ist das Gas nicht länger umschlossen und kann in die Ozeane entweichen und macht sich weiter auf den Weg in die Atmosphäre. Von dort heizt es unsere Erde weiter auf wodurch weiteres Methan aufsteigen kann. Ist dieser Vorgang erst einmal richtig in Gange, kann die Erderwärmung nicht mehr aufgehalten werden. Ein Teufelskreis.
Die wärmeren Temperaturen führen zu schmelzenden Polen und das sich ausdehnende Wasser zum Anstieg des Meeresspiegels. Er führt zur Überschwemmung von, vom Menschen bisher besiedeltem Land.
Nach Hochrechnungen von Hydrologen kann man im Jahr 2100 damit rechnen, dass 90% des Landes Bangladesch überflutet wurden. Besonders gefährdet vom Meerespiegelanstieg sind Inseln und Länder mit einer breiten Küstenfläche und tief liegendem Hinterland wie es in Bangladesch und der Niederlande der Fall ist.

Überfischung der Meere
Ein weiteres menschengemachtes Problem ist die starke Überfischung der Weltmeere. 90 Prozent aller Bestände der kommerziell genutzten Meeresfische und -früchte sind laut Welternährungsorganisation  FAOüberfischt oder bis an die Grenzen ausgebeutet. Der Thunfisch beispielsweise ist bereits fast ausgerottet. Selbst wenn die Ausbeutung des Thunfisches sofort gestoppt werden würde ist eine Erholung der Bestände ungewiss. Zuchtversuche blieben bisher stets erfolglos.
Die Überfischung bedroht sowohl die Ernährung größerer Lebewesen im Meer, als auch die Ernährung der eine Milliarde Menschen, für die Fisch die wichtigste Proteinquelle ist.
Die direkten ökologischen Folgen auf das Meer aufgrund der Überfischung sind allerdings noch schwer abzusehen, eine Verschiebung der Ökosysteme, Veränderungen in der Nahrungskette sind wahrscheinlich, jedoch reine Vermutungen, da wenig über die Nahrungsketten und Wirkungsweisen der Lebewesen im Meer bekannt ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich die Folgen eines, aus dem Gleichgewicht geratenen Meeres genauso wenig vorhersagen lassen, wie die des Klimawandels. Fakt jedoch ist, dass das Meer noch mehr negativen Einfluss der Menschen bald nicht mehr verkraften kann und sich das Leben für Mensch und Tier mit dem des Meeres auch gravierend verändern wird. Und das in beängstigender, verherrender Art und Weise, wie es sich noch niemand  auszumalen traut.

Theresa Katzmair

 

Quellen:
http://www.oekosystem-erde.de/html/ueberfischung.html
http://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/folgen-des-klimawandels/die-erwaermung-der-meere
http://www.tagesschau.de/jahresrueckblick/meldung117336.html
http://www.seilnacht.com/Lexikon/Meere.htm
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gefaehrliches-methanhydrat-klimakiller-loest-sich-aus-den-tiefen-des-eismeeres-a-580213.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg

http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fpolpix.sueddeutsche.com%2Fbild%2F1.1741905.1375958592%2F860x860%2Fklimawandel-eisbaer.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fwissen%2Feisbaer-im-klimawandel-tod-eines-vertriebenen-1.1741572&h=693&w=693&tbnid=rFdwOpgc_Xm4CM%3A&zoom=1&docid=wAgc3WRtWTfgjM&ei=sFsIVdnzEKfSygP48IKoAw&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=635&page=3&start=30&ndsp=20&ved=0CLEBEK0DMCc

Categories: Allgemein

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