Ein Rucksack. Die Marke: Deuter. 60+10 Liter. So groß wie die Länge vom unteren Rücken bis zur Kopfspitze. Auf jeden Fall viel zu wenig Platz, all die Dinge unterzubringen, um drei Monate in Asien überleben zu können. Dachte ich.

Bali. Das Land der Sonne und des Buddhismus. Gut gelaunte Menschen, unterschiedliche Götter, Tempel und Sonnenschein.

Ich fing schon zwei Monate zuvor an, meine Sachen herzurichten und diese in eine Kiste zu packen, um auch nichts zu vergessen. Nach fünf abgehakten Packlisten war ich mir sicher: „Jetzt kann es losgehen.“

Kurz vor dem Abflug ging ich nochmals meine Ordnung im Rucksack durch. Klamotten  hatte ich für eine Woche gepackt. Im untersten Fach befanden sich Schuhe, Isomatte, Schlafsack und mein Poncho. Rechts an den Seitentaschen waren mein Elektronikbeutel, Sonnenbrille und Taschenmesser verstaut. Links mein Kulturbeutel und meine Funktionshandtücher. Oben gab es zwei Fächer: In einem lagen kopierte Unterlagen, eine Landkarte Balis und mein Tagebuch, in dem anderen unsere Notfall-Apotheke.

Das Erste, dass ich nach dem Ankommen und nach über einem Tag Reisezeit genutzt habe, war mein Schlafsack aus Seide. In Asien gibt es zwar Bettdecken doch diese sind weder nötig noch hygienisch. Bei einer nächtlichen Temperatur von über 20 Grad braucht man nichts, außer vielleicht das gewohnte Gefühl, zugedeckt zu sein.

Zu meiner Morgenroutine gehörte natürlich das Zähneputzen, wie auch das Duschen. Mein Shampoo, wie auch mein Duschgel und meine Zahnpasta waren alle in einer normale Größe, wie man sie in der Drogerie kaufen kann. Leider. Irgendwie dachte ich, dass es keinerlei Hygieneartikel vor Ort gibt. Ein großer Irrtum. Alles gibt es, und das auch noch viel billiger als bei uns in Deutschland. Allerdings sollte man bei dem Vorortkauf aufpassen, nicht eine Bodylotion mit Aufhellungswirkung zu kaufen. „Bloß nicht braun werden“, ist das Motto hier.

Das erste, das der Mensch am Morgen braucht, ist ein gutes und ausreichendes Frühstück. Ausgestattet mit meinem Campingbesteck, welches aus Messer, Gabel, Löffel und Korkenzieher in Einem bestand. In den Homestays, das sind Zimmer bei einheimischen Familien, gibt es immer ein Frühstück dazu. Nach dem Frühstück, das sich meist aus Banana-Pancakes mit frischen Früchten und einem schwarzen Tee, zusammensetzte, zückte ich zum ersten Mal meine Notfall-Apotheke.

Der Magen. Stress, 16 Stunden Flugzeit, ein nicht gewohntes Klima. Das alles wirkt sich nicht nur auf den Kreislauf, sondern auch vor allem auf den Magen aus. Dafür war ich aber bestens ausgestattet. Ich war gewappnet gegen Magen-Darm, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Fieber, Husten und Mückenstiche. Sobald es mir besser ging, zog ich mich an und ging die Landschaft, wie auch die Kultur erkunden. Meine Klamotten habe ich für sieben Tage gepackt. Mehr wäre auch nicht möglich gewesen. Nur für Temperaturen ab 25 Grad, außer einem langen Outfit, falls die Klimaanlage mal mehr arbeitet als sie sollte.

Must-have in meinem Tagesrucksack waren Bikini und ein Funktionshandtuch, das sehr schnell wieder trocknete. Jeden Tag Strand, Sonne und Meer. Das Meer dort hat morgens eine sehr angenehme und erfrischende Temperatur, am Nachmittag wird es einer Badewanne sehr ähnlich.

Um überhaupt an den Strand zu kommen, braucht man Schuhe. Meine „Badeschuhe“ habe ich im Supermarkt vor Ort gekauft. Andere Schuhe wie Sneaker für längere Wanderstrecken und sogenannte Barfuß-Schuhe habe ich mitgebracht. Am Schluss habe ich meine Sneaker einfach in Bali stehen gelassen, da sich Leute dort über so etwas sehr freuen. Auch eine Sonnenbrille sollte nicht fehlen. Wer selbst keine mitnimmt, hat aber vor Ort die Chance aus meist nicht gut gefälschten RayBan Sonnenbrillen auszuwählen. Ob diese einen Sonnenschutzfaktor in sich haben sei mal so dahin gestellt. Kostet eben nur umgerechnet drei Euro. Um nicht mitten in dem Sand zu sitzen, haben wir uns fünf Sarongs gekauft. Sarongs sind große Tücher, die in Bali als Gewand getragen werden. Sie eignen sich als Überzug für Bettmatratzen die manchmal sehr dreckig sein können, wie auch für den Eintritt in einen Tempel.

In einen Tempel darf man nämlich nur, wenn der ganze Körper bedeckt ist. Tempel gibt es auf Bali wie Sand am Meer. Am ersten Tag war das natürlich das Highlight. Doch am Ende der Stadt fragt ich mich nur: „Wo waren denn jetzt alle?“. Sie fallen durch die Bauart der Häuser in der Stadt fast nicht auf. Natürlich gibt es aber auch riesige außerhalb der Stadt. Der Tempel Pura Luhur Batukaru ist dabei meiner Meinung nach der Schönste. Der Sarong hat mir ermöglicht an einen verzauberten Ort zu kommen. An dem Eingangstor kreisten hunderte Libellen umher. Unbeschreiblich.

Am Nachmittag , nachdem ich von unserer Entdeckungstouren wiederkam, habe ich mich meistens auf den Weg zu einer neuen Unterkunft gemacht. Bepackt mit meinem großen Rucksack suchte ich per Google Maps, die gebuchte Unterkunft. Manchmal kam es vor, dass ich in ein heftiges Gewitter während des Laufens kam. Hier hatte ich einen Poncho, der nicht nur mich, sondern auch meinen Rucksack mit bedeckte. Unter diesem Poncho habe ich es aber nie lange ausgehalten. Ich schwitzte noch mehr. Die Straßen auf Bali sind außerdem nicht für Fußgänger ausgelegt. Wenn es überhaupt mal einen Gehweg gibt, fehlen Platten nach allen fünf Metern. Wenn man nicht aufpasst, fällt man in ein Loch voller Dreck. Für eine Unterkunft musste ich auf der Autobahn laufen. Diese war vierspurig und führte zum einzigen Flughafen auf Bali. Ein Wunder, dass ich nicht überfahren wurde.

Mein Taschenmesser ist eins meiner Must-Haves an Reiseequipment. Das wohl wichtigste das ich dadurch bauen konnte, war eine Wäscheleine. Das Problem lag darin, dass es in den Unterkünften zwar Wäscheleinen gab, aber diese sehr verrostet und die weiße Kleidung danach rot war.  Zwar gibt es auf Bali viele Wäschereien, die nicht gerade die Wäsche wirklich sauber bekamen aber die danach unendlich gut riecht, dennoch wollte ich alle zwei Tage die Wäsche selbst per Hand waschen. Oftmals musste ich sogar ein Socken in das Abwasserrohr stecken, da der Stöpsel fehlte.

Einer meiner schönsten Erlebnisse in meinem bisherigen Leben verschaffte mir meine drei Euro teure Taucherbrille. Den Schnorchel musste ich mir ausleihen. Doch wenn ich nicht unbedingt hätte Tauchen gehen wollen, dann hätte ich diesen 30 Jahre alten, braunen Schnorchel niemals in den Mund genommen. Aber es hat sich gelohnt. All die Fische und diese Farben. Unglaublich.

Mein Elektronikbeutel war mein Heiligtum. Ausgestattet mit sämtlichen Ladegeräten, Kamera und Kabeln wurde es in einer Plastiktüte zum Schutz vor Nässe verstaut. Die Kamera ist bekanntlich ein Muss.

Die Isomatte habe ich die Zeit über nicht genutzt, da auf Bali fast jede Familien ein Homestay anbietet. Die meisten Unterkünfte habe ich auf booking.com gebucht, da man dort sich in ruhe Bilder der Unterkunft ansehen und auch Bewertungen lesen kann. Die verschiedenen Angebote haben mir dabei geholfen, da mein Tagesbudget bei 15€ lag.

Etwas, dass ich auch hätte Zuhause lassen können: Die Landkarte. Durch Google Maps und dessen Offline-Karten ging das Suchen einfach um einiges schneller. Außerdem hat Bali sehr viele kleiner versteckte Gassen, die auf der Karte einfach nicht zu sehen waren.

Am Ende bzw. am Anfang einer Reise muss natürlich jeder selbst entscheiden, was genau er mitnimmt. Und so stand ich wieder am Flughafen München. Und ich wusste nun: Ich hatte alles. Und ich habe noch so viel mehr bekommen. Für mich habe ich entschieden auf meiner nächsten Reise wirklich nur das nötigste mitzunehmen und minimalistischer zu Reisen. Das tut dem Rücken, aber auch der Seele gut. Ein großer Fehler war der Gedanke, dass es in Asien nicht die Sachen geben könnte, die es bei uns gibt. Mit weniger zu reisen bedeutet auch, sich weniger Stress und Sorgen über die Dinge zu machen. Außerdem ist es eine Erfahrung fürs Leben, so lange mit so wenig zu leben. Das nächste Reiseziel ist dann wohl: Thailand und Vietnam

Von Sabrina Wolf

Categories: Allgemein, Asien, Kultur, Reisen

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