Instagram. Jeder kennt diese App, fast jeder hat einen eigenen Account. Würdet ihr eure Seite mit 11.500 Abonnenten löschen? Ich habe es getan und erkläre euch, wieso auch ihr euren Blickwinkel auf die Zahlen ändern solltet.

Seit April 2017 betreibe ich einen sogenannten „Bookstagram“-Account auf Instagram, um meine Leidenschaften zu teilen: Schreiben, Lesen, Zeichnen und alles andere rund um Bücher. Über drei Jahre bloggte ich auf der Seite: Ende des Jahres 2019 erreichte ich die 11.500 Abonnenten. Dann löschte ich meine Seite: 11.500 Abonnenten.

Als im Dezember die 11.500 Abonnenten erreicht waren, platzte ich beinahe vor Stolz. Das neue Jahr brachte meine Freude über diese große Abonnentenzahl ins Wanken. Mit jedem weiteren Monat ging meine Interaktionsrate deutlich zurück. Damit verschwanden die Likes und Kommentare, die Sichtbarkeit meiner Seite. Mein Blog wurde zunehmend vom Algorithmus, den es auf Instagram gibt, verschluckt. Ein Blick in meine Insights – die Beitragsstatistiken – bestätigte mir die Beobachtung. Hatte ich im vorherigen Jahr noch durchschnittlich 5000 Betrachter pro Beitrag (bei manchen sogar über 20.000 Betrachter!), so ging diese Reichweite im neuen Jahr auf unter 2-3.000 Betrachter hinunter. Ein Schlag in die Magengrube für all den Aufwand, den ich mir mit meinen Bildern machte …

 

Ein Ausschnitt aus meiner Story vom 6. Dezember 2019. Zusehen: Meine 11.500 Abonnenten und wie ich meine Kooperation mit Tree Of Tea bewerbe.

 

 

 

 

 

Das Problem der sinkenden Interaktion

Ich machte mich also auf die Suche nach dem Ursprung für diese schlagartige Veränderung, den sinkenden Likes und die immer weniger werdenden Kommentaren und Nachrichten. Schon bald wurde ich fündig. Einer der auschlaggebenden Punkte waren inaktive Abonnenten; darunter viele, liebe Menschen, die ich persönlich auf Messen und anderen Veranstaltungen kennengelernt hatte. Inzwischen waren einige davon nicht mehr auf Instagram. Zu den inaktiven Nutzern zählten ebenfalls Abonnenten, die so vielen Leuten folgten, dass ihnen mein Beitrag mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr angezeigt wurde. Um das Problem zu beseitigen, fing ich an, Abonnenten meiner Seite zu löschen. Doch das gab ich nach zwei Monaten und 2000 gelöschten Followern auf: Zig Mal war ich gesperrt worden (Follower zu entfernen, ist auf Instagram nicht in so großen Mengen erlaubt). Das erste Mal spielte ich mit dem Gedanken, den Account zu löschen und neu anzufangen. Und das tat ich dann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei meiner erfolgreichsten Beiträge 2019 und ein Blick hinter die Kulissen, in die Insights. Achtet nicht nur auf die Likes! Seht ihr den Unterschied, wie viel Prozent der Leute, die den Beitrag gesehen haben, mir auch gefolgt sind? Beim oberen Beitrag hat der Algorithmus gegriffen und das Bild über die „Explore“-Seite für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt. Harry Potter ist und bleibt ein beliebtes Thema, was auch die Zahlen zeigen. Dafür zeigt der Unterschied der Kommentare, durch welchen der beiden Beiträge echte Interaktion mit meinen Abonnenten entstanden ist …

 

Hattest du keine Bedenken, einfach alles zu löschen?

Doch, und wie! Bevor ich meinen Account auflöste, standen große Ängste und Zweifel im Raum. Sollte ich alles wegwerfen, was ich über drei Jahre mühevoll aufgebaut hatte? Einfach alle Erinnerungen und 11.500 Abonnenten auflösen und neu starten? Um mir diese Ängste und Zweifel zu nehmen, fertigte ich eine Pro- und Contra-Liste an. Danach stellte ich mir eine Frage ganz besonders: Weswegen habe ich damals mit Instagram angefangen und was war mir wichtig? Was ist mir heute wichtig, was sollte mein Instagram-Account aufweisen und was möchte ich damit erreichen? Ich wollte den Austausch, wollte über Bücher anderer Autoren und meinen eigenen Büchern berichten. Ich wollte den Menschen Mut machen, dass es nicht unmöglich ist, Träume zu erreichen, wenn man nur hart genug für sie kämpft. Meinen Traum habe ich mittlerweile verwirklicht: Autorin werden und bei Verlagen Büchern veröffentlichen. Damit veränderte sich auch der Schwerpunkt meiner Seite.

Veränderung und was sonst dazugehört

Ja, ich wollte Veränderung. Einen neuen Stil, Themen neben Büchern und mich mehr als Autorin und weniger als Bloggerin darstellen und vor allem: Wieder mehr Austausch. Denn deswegen hatte ich mit Instagram angefangen und das wollte ich wieder. Zudem hatte ich mir zunehmend eigenen Druck gemacht, mich mit anderen Seiten verglichen und das sollte mit der neuen Seite aufhören. Mein Ziel: Weniger Druck und keine Vergleiche mehr.
So überlegte ich mir einen neuen Content, plante den neuen Feed sowie Aktionen und fing an, meinen alten Account aufzulösen.
Während ich also jeden einzelnen meiner 11.500 Abonnenten anschrieb und auf die neue Seite verwies, kamen immer wieder Antworten, wie: „OMG! Ich raste aus. Du hast mir gerade geschrieben?! Ich verfolge dich schon von Anfang an. Du bist ein großes Vorbild für mich. Ich habe mich nie getraut, dir zu schreiben.“ Diese Nachrichten bestätigten mich in meiner Entscheidung. Die Nähe zu meinen Abonnenten war mir innerhalb der drei Jahre und mit der wachsenden Abonnentenzahl verloren gegangen. Mit der neuen Seite habe ich erreicht, was ich mir vorgenommen habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oben seht ihr einen Beitrag aus dem Januar von @kiras.zeilen; unten einen Beitrag meiner alten Seite kurz, bevor ich die Seite gelöscht habe. Die Insights zeigen den deutlichen Unterschied der Kommentare, meiner gewünschten Interaktion. Ansonsten hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert. Nur die Abonnentenzahl: Von 11.500 zu 3.700.


Bin ich zufrieden mit meiner neuen Seite?

Ja, mehr als zufrieden. Ich bin nun nicht mehr unter „kiras_bookpage“, sondern „kiras.zeilen“ zu finden, um mich freier in meinem Content zu gestalten. Meine Interaktionsrate (Verhältnis von Abonnenten und Likes/Kommentaren) ist wieder gestiegen und wesentlich besser als zuvor. Zum Teil bezahlte Kooperationen werden mir wie zuvor, wenn nicht sogar öfter und mit besseren Ergebnissen und Bezahlungen angeboten. So darf ich weiter den Tee und Produkte von Tree Of Tea bewerben, aber auch mit großen Verlagen und Autoren zusammenarbeiten.
Direkte Nachrichten bekomme ich jetzt mehr und wesentlich öfter Reaktionen auf meine Storys. Ziel erreicht: Die Interaktion ist wieder da. Und ich bin höchstmotiviert, die neue Seite noch besser aufzubauen, als meine vorherige. Denn nun weiß ich, worauf ich achten muss und was für mich Bedeutung hat. Ich weiß, was ich mit meiner Instagramseite erreichen will.

Fazit und was ich euch mitgeben möchte

Vergleicht doch einmal eure Abonnentenzahl mit euren Likes und den Kommentaren pro Bild, schaut dabei einmal eure Insights an (wenn ihr welche habt) und wie vielen Leuten ihr folgt (Könnt ihr bei all diesen Leuten täglich kommentieren und alle Beiträge ansehen?). Mein Fazit lautet: Der Austausch, die Interaktion, mit meinen Abonnenten ist mir persönlich wichtiger, als großartige Kooperationen, eine Menge Geld und zu viele Abonnenten. Lieber öfter Abonnenten aussortieren und langsam, aber stetig wachsen und echten Austausch wahren. Auch so sind Kooperationen möglich, wenn nicht sogar authentischer und erfolgreicher. Wie würdet ihr euch entscheiden: Viele inaktive Abonnenten und eine vermeintlich große Reichweite oder lieber weniger Abonnenten und dafür echte Interaktion?

 

Kira Borchers von kiras.zeilen

Quellen: Text und Bilder von mir; Bilder mit Canva bearbeitet; Instagram-Logo von: https://en.instagram-brand.com/

Siehe letztes Bild: So sieht mein Feed auf der neuen Seite aus (Januar 2021). Und wer jetzt neugierig ist, darf gern unter @kiras.zeilen vorbeischauen und eine Nachricht dalassen! Ich freue mich drauf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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